Viel Rauch Drogenbeauftragte will komplettes Werbeverbot für Tabakprodukte

Montag, 30. Juni 2014
Plakate wie die von Marlboro sind in Deutschland noch erlaubt
Plakate wie die von Marlboro sind in Deutschland noch erlaubt

Die Tabakindustrie gerät einmal mehr ins Visier der Politik. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler fordert jetzt ein komplettes Werbeverbot. "Das ist überfällig", sagt die CSU-Frau. Nach Ländern wie Norwegen, Finnland, Neuseeland und Frankreich soll nun auch hierzulande Tabakwerbung komplett aus der Öffentlichkeit verschwinden. "Deutschland ist das letzte Land, das noch kein Plakatwerbeverbot für Tabak hat", sagt Mortler. Neu ist die Verbots-Forderung nicht. Sie taucht regelmäßig im Forderungskatalog auf. Zuletzt hatte im vergangenen Jahr Mortlers Vorgängerin Mechthild Dyckmans (FDP) einen Vorstoß gewagt, scheiterte aber am Kanzleramt. In der vergangenen Legislaturperiode konnte sich Verbraucherministerin Ilse Aigner nicht gegen den damaligen Wirtschaftsminister Philipp Rösler durchsetzen.

Ob es Mortler in dieser Legislaturperiode gelingt? Zum einen muss sie dafür Mehrheiten organisieren. Das dürfte schon deswegen schwer sein, weil im Koalitionsvertag die Regierungsparteien von CDU/CSU und SPD das Thema nicht geklärt haben. Zum anderen werden sich die Tabakindustrie und Interessensgruppen mit allen Mitteln wehren. Die Branche darf derzeit noch für ihre Erzeugnisse auf Plakaten und nach 18 Uhr im Kino werben. TV-Werbung ist seit 1975 verboten, 2007 folgte das Aus für Zeitungen und Zeitschriften. mir
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