Ebuzzing-Studie zu Videowerbung Mehr als jeder zweite Online-Spot wird nicht gesehen

Montag, 25. August 2014
Bewegtbildwerbung wird laut Ebuzzing häufig nicht gesehen (Bild: Vege/Fotolia)
Bewegtbildwerbung wird laut Ebuzzing häufig nicht gesehen (Bild: Vege/Fotolia)
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Ebuzzing Videowerbung Pierre Chappaz Mike Schnoor


Online-Bewegtbild boomt: Laut Statista wurden im vergangenen Jahr in Deutschland 305 Millionen Euro in Werbe-Videos investiert - knapp ein Viertel mehr als im Jahr zuvor. Einer Marktbeobachtung des Technologieunternehmens Ebuzzing zufolge verpufft fast die Hälfte davon allerdings, weil viele Videos von den Usern überhaupt nicht gesehen werden.
170 Millionen Euro gehen laut Ebuzzing auf diese Weise in die Binsen. Das entspreche zwölf Prozent des gesamten jährlichen Budgets der deutschen Wirtschaft für Online-Werbung. Neben der zunehemnden Verwendung von Adblockern spiele hierbei auch eine Rolle, dass viele Online-Videos auch dann abgespielt werden, wenn sie für den User im nicht sichtbaren Bereich einer Online-Seite liegen. Ein weiteres Problem ist Impressions-Betrug. Dieser liegt vor, wenn durch -Click-Bots der Eindruck vermittelt wird, der Nutzer habe das Video tatsächlich angesehen. Die Branche arbeitet jedoch an Kriterien, um Kriterien für die Sichtbarkeit von Online-Werbung festzulegen. Das Interactive Advertising Bureau etwa hat festgelegt, dass ein Werbeformat als "viewable" gilt, wenn die Hälfte des Videoplayers für mindestens zwei Sekunden sichtbar ist. Bei diesem Ansatz würden am Ende aber doch bloß Pixel gezählt, meint Pierre Chappaz, CEO der Unternehmensgruppe Ebuzzing & Teads. Ob der Verbraucher die Werbung tätsächlich gesehen hat spielt keine Rolle. "Es ist technisch ohne weiteres möglich, den werbungtreibenden Unternehmen die Sichtbarkeit ihrer Werbung zu garantieren und nicht gesehene Werbeschaltungen gar nicht erst zu berechnen", appelliert Chappaz an die Branche.

Ebuzzing plädiert daher für eine Abrechnung nach dem Modell Cost per Completed View (CPCV). In diesem Fall wird erst eine Bezahlung fällig, wenn der Nutzer den Spot auch wirklich vollständig gesehen hat. Die eigene Lösung dafür heißt bei Ebuzzing Outstream Video Advertising, sprich die Einbindung von Videos in den Lesefluss der User. Abgespielt werden die Clips dabei nur auf Wunsch. Für den ehemaligen BVDW-Sprecher Mike Schnoor hat allerdings auch dieses Modell einen faden Beigeschmack: "Schließlich verliert die gesamte Wertschöpfungskette zwischen Rezipienten und Werbekunden einen Großteil der potenziellen Einnahmen, wenn das CpCV-Prinzip trotz gewisser Rabattstufen angewandt wird." ire
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