Vic Gundotra Chef von Google+ verlässt den Internetkonzern

Freitag, 25. April 2014
Vic Gundotra verlässt Google nach 8 Jahren (Bild: Google)
Vic Gundotra verlässt Google nach 8 Jahren (Bild: Google)
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Google+ steht offenbar vor einem massiven Umbau: Wie er auf Googles sozialem Netzwerk bekannt gab, verlässt der für Google+ verantwortliche Manager Vic Gundotra den Internetkonzern. Was die Gründe dafür sind und wohin es ihn zieht, lässt Gundotra in seinem wortreichen Abschiedspost offen. Die Personalie wird aber als Indiz dafür gewertet, dass sich die Rolle von Google+ in der Konzernstrategie ändern könnte.


So berichtet das für gewöhnlich gut informierte US-Portal "Techcrunch", dass Google+ intern künftig nicht mehr länger als eigenständiges Produkt behandelt werde, sondern als Plattform. Damit würde das Netzwerk sich aus dem Wettbewerb mit Facebook und Twitter zurückziehen. Google bestreitet dies allerdings: "Die heutige Nachricht hat keinerlei Auswirkungen auf unsere Google+-Strategie - wir haben ein unglaublich talentiertes Team, um großartige Nutzer-Erlebnisse auf Google+ zu kreieren", zitiert "Techcrunch" einen Google-Vertreter.

Google-Chef Larry Page bedankte sich bei Gundotra dafür, Google+ "aus dem Nichts" aufgebaut zu haben. "Es gibt nur wenige Menschen mit dem Mut und der Fähigkeit, so etwas zu starten und ich bedanke mich für all deine harte Arbeit und Leidenschaft", so Page. Gundotras Nachfolger in der Verantwortung für Google+ soll laut "Recode" David Besbris werden, bislang Vice President Engineering. Der Technikchef habe sich informierten Personen zufolge gegen Bradley Horowitz durchgesetzt, der als Produktchef von Google+ Gundotras rechte Hand war. Zugleich soll "Techcrunch" zufolge ein Gutteil des Google+-Personals dem Bereich Android zugeordnet werden.

Google+ war 2011 mit großen Ambitionen gestartet. Das Netzwerk sollte nicht nur in Konkurrenz zu Facebook treten, sondern wurde auch in zahlreiche andere Google-Dienste wie Youtube oder Gmail integriert. Das wirkte sich unmittelbar auf die Nutzerzahlen aus: Ende des vergangenen Jahres gab Google die Stärke der Google+-Gemeinde mit 300 Millionen aktiven Nutzern an. Facebook konnte das Netzwerk allerdings nie gefährden. Und mit den anstehenden Änderungen ist die Zukunft von Google+ ungewisser denn je. "Techcrunch" scheint jedenfalls nicht mehr viel auf Google+ zu geben: Dort wird es als "Lebender Toter" bezeichnet.

Eine Formulierung, die allerdings auch großen Widerspruch erntet: In einem offenen Brief an die Medien schreibt Amanda Blain, CEO des Frauen-Netzwerks Girlfriend Social, dass Google+ keineswegs tot sei. Verglichen mit dem Wachstum von Facebook, stehe der wahre Boom auf Google+ erst bevor: "Jeden Tag werden Unternehmen, Promis, Marken und ganz normale Menschen neue Mitglieder, die zuvor 'einfach keine Zeit hatten'", so Blain. ire
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