Verbrauchertäuschung Beck's muss in den USA 20 Millionen US-Dollar zahlen

Mittwoch, 21. Oktober 2015
Na dann Prost: Beck's muss in den USA 20 Millionen US-Dollar zahlen
Na dann Prost: Beck's muss in den USA 20 Millionen US-Dollar zahlen
Foto: Inbev
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Beck's St.Louis America


In den USA haben Beck's-Kunden 20 Millionen US-Dollar erstritten. Sie sahen sich beim Kauf von der Inbev-Marke getäuscht. Beck's hatte mit deutscher Qualität geworben und nicht deutlich herausgestellt, dass  das Bier in den USA gebraut wird.
Es ist ein Urteil, das so richtig nach dem Geschmack amerikanischer Rechtsanwälte und Verbraucherschützer ist. Und es zeigt so ganz nebenbei, was Volkswagen nach dem Diesel-Manipulationsskandal  in den USA an Zahlungen und Argumentationen erwarten kann. Mit einer Sammelklage wegen irreführender Verpackungen haben Käufer von Beck's 20 Millionen US-Dollar erstritten. Den Vergleich schlossen die Beteiligten am Dienstag in Miami unter den Augen von Richter John J. O'Sullivan. Seit 2012 braut Beck's in St. Louis in den USA. Doch auf den Flaschen prangte weiterhin der Hinweis "Deutsche Qualität". Das nahmen Kunden 2013 zum Anlass, zu klagen. Sie vermissten den Aufdruck "Made in America" und sahen sich getäuscht. Zu Recht, findet Anwalt Trucker Ronzetti, der die Kläger vertrat. Ein in St. Louis hergestelltes Bier sollte nicht als Importbier gekennzeichnet sein, argumentiert er. Richter O'Sullivan sieht das ähnlich. US-Kunden, die mit einer Quittung belegen können, dass sie Beck's in einem Geschäft gekauft hatten, erhalten bis zu 44 Euro. Wer keine Quittung hat, bekommt immerhin noch 12 Dollar.

Nach Schätzungen können rund 1,7 Millionen US-Haushalte die Zahlungen in Anspruch nehmen. Laut den Gerichtsakten verkaufte Inbev 2012 über 2,6 Millionen Kisten zu einem Durchschnittspreis von je etwa 27 US-Dollar. Allerdings müssen sich die Kunden beeilen: Die Ansprüche, die sie über eine Website geltend machen können, verfallen ab dem 21. November. Beck's hat mittlerweile in den USA seine Etiketten angepasst. Den Richterspruch selbst kommentiert das Unternehmen nicht. mir
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