Verbraucherschutz Kabel Deutschland wegen irreführender Werbung verklagt

Dienstag, 29. Juli 2014
Kabel Deutschland steht wegen irreführender Werbung am Pranger
Kabel Deutschland steht wegen irreführender Werbung am Pranger

Dämpfer für Kabel Deutschland: Das Landgericht München hat den kürzlich von Vodafone übernommenen TV- und Internetanbieter wegen irreführender Werbung für eine Internet-Flatrate verurteilt. Damit gaben die Richter einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) statt.
Beanstandetes Werbemotiv
Beanstandetes Werbemotiv
Das Unternehmen hatte mit einem schnellen Datentransfer geworben, aber nicht ausreichend darauf hingewiesen, dass nach intensiver Internetnutzung die Übertragungsgeschwindigkeit für Filesharing-Anwendungen drastisch reduziert wird.

Stein des Anstoßes waren diverse Online-Werbemittel sowie Werbeschreiben, mit denen Kabel Deutschland die schnelle Übertragungsgeschwindigkeit seiner Internet-Flatrates anpries. Je nach Tarif versprach das Unternehmen einen Dateidownload mit einer maximalen Geschwindigkeit von 10 bis 100 Megabit pro Sekunde. Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands und der Münchner Richter war das irreführend. Grund: Sobald ein Kunde ein Datenvolumen von 10 Gigabyte am Tag erreicht, drosselt Kabel Deutschland das Tempo drastisch - auf 100 Kilobit pro Sekunde. Folge: Das Streamen von Videodateien etwa ist dann nicht mehr möglich.

Die Fußnote, mit der das Unternehmen auf die Einschränkung hingewiesen hatte, war laut dem Gericht nicht einmal mit der Angabe der Internetgeschwindigkeit verknüpft. Zudem sei diese schwer lesbar und reiche damit nicht aus, um die Irreführung zu beheben. mas
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