VW und der Super Bowl Schauspieler Mirco Reseg über den Dreh in Dresden

Freitag, 31. Januar 2014
Mirco Reseg (c) Steffen Roth
Mirco Reseg (c) Steffen Roth
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Es passiert selten genug, dass ein deutscher Schauspieler in den USA mit dem Oscar geehrt wird. Doch Schauspieler Mirco Reseg kann sich über eine noch seltenere Ehre freuen: Dank seiner Mitwirkung in dem VW-Spot "Wings" ist er der erste bekannte deutsche Schauspieler, der in einem Super-Bowl-Spot zu sehen sein wird. Reseg stand unter anderem schon für Edeka und Base vor der Kamera, doch der Dreh für VW war auch für ihn eine ganz besondere Erfahrung. Im Interview mit HORIZONT.NET erzählt er exklusiv, was er tun musste, um sich bei VW seine Engelsflügel zu verdienen. Sie können sich rühmen, der erste bekannte deutsche Schauspieler zu sein, der in einem Werbespot für den Super-Bowl zu sehen ist. Wie ist es überhaupt dazu gekommen? Die Chance hat sich ergeben, weil VW einen großen Teil seines Werbefilms nicht in den USA, sondern erstmals in Deutschland gedreht hat. Und für die Realisierung in VWs gläserner Manufaktur in Dresden fand das Casting in Berlin statt. Ich wurde eingeladen und besetzt.

Und wie war die Manufaktur so als Drehort? Ich habe leider nicht dort gedreht, weil die Produktionsmöglichkeiten in der Manufaktur sehr begrenzt waren. Die Produktionsfirma baute viele Sets in einer externen Halle nach. Darunter war auch der Fahrstuhl, in dem die Szene mit mir stattfindet.

Der Spot selbst hat ja viele Slapstick-Momente. Haben Ihnen da die Erfahrungen aus Ihrer Zeit in der Sat-1-Comedy-Serie "Sechserpack" geholfen? Ja, das kann man definitiv so sagen. Schauspieler mit Comedy-Erfahrung zu sein, war ein echter Vorteil beim Casting. Wobei die Konzentration auf das Humoristische für eine Werbeproduktion in Deutschland eher ungewöhnlich war. Während man in England und den USA verstanden hat, dass Komik für die Vermittlung von Werbebotschaften gut funktioniert, wird in Deutschland noch recht zurückhaltend damit verfahren.

Sie sind ja aktuell auch als regulärer TV-Darsteller gut im Geschäft. Im Januar ist gerade beim ZDF die Serie "Die Familiendetektivin" angelaufen. Befürchten Sie da nicht Imageschäden durch Ihre Präsenz in der Werbung? Ich glaube nicht, dass das Arbeiten in der Werbung für einen Schauspieler heute noch ein Problem ist. Außerdem sind solche Maßstäbe doch ohnehin relativ: Als ich am Theater anfing, da hielten es viele Kollegen sogar noch für anrüchig, zum Fernsehen zu gehen. Heute ist das kein Problem. Die Arbeit in der Werbung wird nur dann zum Problem, wenn man sich über viele Jahre zum Gesicht einer Marke machen lässt. Dann fällt es dem Publikum schwer, einen in anderen Rollen ernst zu nehmen.

Diesen Balanceakt absolvieren Sie gerade. Ist es für Sie in der Werbung eher ein Problem oder ein Vorteil, dass man Sie auch aus Theater und Fernsehen kennt? Das bleibt dem jeweiligen Kunden für sein Produkt zu erwägen und zu entscheiden. Will man lieber ein unverbrauchtes Gesicht für die Geschichte, oder nimmt man den Bekanntheitseffekt als zusätzliche Wirkung einfach mit? Ich kann nur sagen, dass sich meine erste Werbung über meinen TV-Background ergeben hat. Denn in dem Edeka-Spot mit Kaya Yanar war es meine Rolle, zu sagen "Mensch Kaya, was machst du denn hier?" Dieser vertrauliche Spruch wäre für einen regulären Edeka-Kunden eher unrealistisch, aber zu mir, als Komiker und Schauspielkollege, passte es.

Wird man Sie auch in Zukunft in Werbespots sehen? Ich bin für Weiteres offen und schlage bei der richtigen Werbung wieder zu. Aber natürlich hat man auch immer die Hoffnung, dass so eine Chance wie der VW-Spot dazu führen könnte, dass sich auch international neue Möglichkeiten eröffnen. cam
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