Unruhen in der Ukraine Tchibo kippt Werbekampagne mit den Klitschkos

Montag, 24. Februar 2014
Vitali Klitschko mit Bruder Wladimir in einem Werbespot für Warsteiner
Vitali Klitschko mit Bruder Wladimir in einem Werbespot für Warsteiner

Vitali Klitschko war im TV wohl noch nie so präsent wie in den vergangenen Wochen. Die Allgegenwärtigkeit des Box-Champions im Ruhestand hat diesmal nichts mit seiner Karriere als Profisportler oder als Werbebotschafter namhafter Marken zu tun, sondern mit seiner Funktion als Oppositionsführer in der Ukraine. Tchibo hat angesichts des blutigen Umsturzes in dem Land jetzt eine geplante Werbekampagne mit den Klitschkos gestoppt. Vitali und Wladimir Klitschko haben schon für so ziemlich alles geworben - für Taschentücher von Tempo, für Ferreros Milchschnitte, alkoholfreies Bier von Warsteiner, für Möbel von Segmüller und für die Muckibuden von McFit. Jetzt wollte auch Tchibo mit den berühmten Box-Brüdern für seine neuen Fitnessprodukte werben. Doch die Rolle von Vitali Klitschko in der Ukraine, wo bei Unruhen rund 80 Menschen ums Leben gekommen sein sollen, lässt sich aus Sicht des Hamburger Kaffeerösters nicht mit der angedachten Tätigkeit als Testimonial vereinbaren.

In dem von Jung von Matt entwickelten 30-Sekünder, der Ende dieser Woche hätte anlaufen sollen, hätten die Klitschkos unter dem Motto "Fit mit den Klitschkos" für Produkte wie ein Springseil, ein Pulsmessgerät und einen wasserdichten MP3-Player werben sollen. "Angesichts der schrecklichen Bilder, die uns in der letzten Woche aus Kiew erreicht haben, erschien es uns nicht angebracht, Vitali Klitschko mit einem Springseil ins Werbefernsehen zu schicken", begründet Tchibo-Sprecher Arnd Liedtke den Schritt gegenüber HORIZONT.NET. Die gebuchten Sendeplätze will Tchibo nun anderweitig nutzen. Laut Liedtke wird das Unternehmen wahrscheinlich Kaffee-Spots schalten.

Die Fitness-Produkte, die Tchibo ab März in seinen Filialen anbieten wird, will das Unternehmen nun zwangsläufig nur mit Werbemitteln am PoS, etwa in den Tchibo-Magazinen anpreisen. Auf den Verpackungen werden dann auch die Gesichter der Klitschkos zu sehen sein. "Das lässt sich leider nicht mehr ändern", so Liedtke weiter. mas
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