Samsungs 4-Punkte-Plan So will der Galaxy-Anbieter Apple kaltstellen

Donnerstag, 04. September 2014
Samsung-Mobile-Chef DJ Lee auf der IFA
Samsung-Mobile-Chef DJ Lee auf der IFA
Foto: HORIZONT Online

In Berlin macht Samsung unmissverständlich klar, welche Marke die größte Story von der Internationalen Funkausstellung IFA liefern will. Von Großflächeninstallationen in der Innenstadt über den Samsung City Cube bis hin zum Unpacked-Event ist der koreanische Hersteller omnipräsent. Speziell das Unpacked-Event lieferte eine klare Ansage an den Markt, wie die Marke in den nächsten zwölf Monaten angreifen will.
Unpacked war von Samsung von Anfang an als globales Event konzipiert, das parallel in mehreren Städten live und im Streaming an den Bildschirmen zu verfolgen war. Und wie DJ Lee, Präsident Samsung Mobile, verrät, sollte Unpacked auch die Technologieführerschaft der Marke unter Beweis stellen: „Unser Ziel ist es, der aktivste und innovativste Player unserer Branche zu sein.“ Einer Branche, die laut Lee vor einem fundamentalen Wandel steht.
„Unser Ziel ist es, der aktivste und innovativste Player unserer Branche zu sein.“
DJ Lee, Samsung Mobile
Konkret sieht Lee eine Zukunft, in der die mobilen Endgeräte zum Ankerpunkt für die individuelle Arbeitswelt, Kommunikation, Gesundheitspflege und Unterhaltung ihrer Nutzer werden: „Und wir wollen der Auslöser dieser neuen, mobilen Kultur sein.“

Folgende vier Punkte sind dabei für die Samsung-Strategie kennzeichnend.

1. Galaxy Note bleibt Flaggschiffprodukt: Nächste Woche wird Apple vermutlich seine ersten großformatigen Smartphones präsentieren. Mit dem Galaxy Note 4 macht Samsung noch einmal deutlich, dass es sich als Erfinder und Führer in dieser Kategorie sieht. Speziell die Steuerung des Phablet mit einem Stift, während der Patentstreitigkeiten mit Apple zur klareren Abgrenzung gegenüber dem iPad-Interface erfunden, ist für Samsung nun ein Alleinstellungsmerkmal für sein Gerät. Der koreanische Hersteller hat dazu sogar eine eigene Partnerschaft mit dem Luxus-.Schreibgerätehersteller Montblanc geschlossen, der zwei Hybrid-Stifte für die analoge und die digitale Schreibkultur vermarkten wird.

So wirbt Samsung für sein Galaxy Tab
So wirbt Samsung für sein Galaxy Tab (Bild: HORIZONT Online)
2. Wearables als bloße Vernetzung sind gescheitert: Die ersten Varianten der Galaxy Gear Smartwatch waren im wesentlichen eine kostspielige Methode, um Teile seines Smartwatch-Interfaces an das Handgelenk auszulagern. Auch wenn es keine offiziellen Verkaufszahlen zur Galaxy Gear gibt, darf man getrost davon ausgehen, dass dieser Ansatz nur wenige Käufer gefunden hat. Denn die neue Smartwatch-Generation Galaxy Gear S kommt mit eigener Simcard auf den Markt und kann weitgehend unabhängig von einem Smartphone genutzt werden. Gleichzeitig hat Samsung die verfügbare Bildschirmfläche auf der Smartwatch durch eine innovative Interface-Lösung deutlich erweitert. Beide Veränderungen dürften die Smartwatch für digitale Marketingkonzepte deutlich attraktiver machen.

3. Virtuelle Realität ist ein offizielles Thema: Mit der Bildschirmhalterung Galaxy Gear VR konnte Samsung zweifelsohne einen kleinen PR-Coup landen. Denn das Set, mit dem sich das Galaxy Note 4 zum Headset für virtuelle-Realität-Formate aufrüsten lässt, ist das Ergebnis einer bisher geheimen Kooperation mit der Facebook-Unternehmenstochter Oculus Rift. Gleichzeitig gab Samsung ein eigenes Programm mit Contentpartnern bekannt, die spezielle VR-Spiele und VR-Games für die neue Nutzungssituation entwickeln wollten. Zwar hat Samsung bisher noch keinen konkreten Verkaufsstart für das Headset bekannt gegeben. Aber das Bekenntnis der Marke zu virtueller Realität als Teil der mobilen Mediennutzung dürfte den Durchbruch im Massenmarkt noch einmal deutlich beschleunigen.

4. Curved Display wird kein Apple USP: Zu einer der kolportierten Eigenschaften von Apples iWatch gehört gerüchteweise auch ein innovativer Einsatz von gebogenen Glas-Displays im Produktdesign. Samsung hat sowohl beim Galaxy Gear S wie auch mit dem Galaxy Note Edge demonstriert, dass es Curved Displays schon jetzt standardmäßig nutzt. Für Apple liegt die Hürde im innovativem Design damit nun ein deutliches Stück höher. cam
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