Ungewöhnliche Printanzeige Rewe Group kritisiert Fusionsverfahren von Edeka und Kaiser's Tengelmann

Donnerstag, 09. Juli 2015
Die Rewe Group schaltet die Anzeige einmalig in verschiedenen Medien
Die Rewe Group schaltet die Anzeige einmalig in verschiedenen Medien
Foto: Rewe

Die Printmotive der Rewe Group für ihre Rewe-, Penny-, und Nahkauf-Filialen beschäftigen sich in der Regel mit der Bekanntmachung von Sortiment und Preisen. Umso ungewöhnlicher ist es daher, dass sich das Unternehmen heute mit einer Anzeige in reichweitenstarken Titeln explizit in Sachen Konkurrenz äußert und seine eigene Position im Fusionsverfahren von Edeka und Kaiser's Tengelmann darlegt.
Hintergrund: Das Bundeskartellamt hatte Deutschlands größtem Lebensmittelhändler Edeka Anfang April die Übernahme von rund 450 Filialen des Konkurrenten Kaiser's Tengelmann untersagt. Die Wettbewerbsbehörde befürchtet bei einem Zusammenschluss Preiserhöhungen und weniger Wettbewerb. Edeka hat daraufhin einen Antrag auf Ministerentscheid gestellt. Mit der Begründung, nur eine Übernahme könne die Arbeitsplätze bei Kaiser's Tengelmann sichern.
So sieht das sehr textlastige Motiv aus
So sieht das sehr textlastige Motiv aus (Bild: Rewe)
Unter der Headline "Liebe Freunde des Handels" bezeichnet Rewe diese Behauptung der beiden Konkurrenten nun als "falsches Spiel auf dem Rücken der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kaiser's Tengelmann". Es gebe sehr wohl andere Alternativen, um den Erhalt der Arbeitsplätze zu garantieren. Das Kölner Unternehmen bringt sich stattdessen selbst ins Spiel: Eine Übernahme der Kaiser's-Tengelmann-Märkte durch die Rewe Group sei "kartellrechtlich machbar" und würde sogar zu einer "Stärkung des Wettbewerbs im deutschen Lebensmittelhandel" führen. Zudem biete man den Angestellten bessere Perspektiven als die Konkurrenz.
Edeka Zentrale Hamburg
Bild: Edeka

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Die Anzeige schließt mit einem offenen Brief an den Eigentümer von Kaiser's Tengelmann, Karl-Erivan Haub. Dort heißt es, man stehe jederzeit und ohne weitere Verzögerung zum Gespräch bereit. Unterschrieben ist der Brief von Rewe-Chef Alain Caparros sowie seinen Vorstandskollegen und dem Gesamtbetriebsratsvorsitzenden Andreas Ratzmann. Nach Angaben der Rewe-Group handele es sich um eine einmalige Anzeige, die heute in "Bild", "Die Welt", "Tagesspiegel", "FAZ", "Süddeutscher Zeitung", "Handelsblatt" und in der "WAZ" erschienen ist. Man wolle so die breite Öffentlichkeit in eigenen Worten über die Positionen der Rewe Group im Fusionsverfahren informieren, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber HORIZONT Online. fam
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