Umstrittener Titanic-Spot Red Bull weist Kritik zurück - und schließt Korrekturen aus

Dienstag, 17. September 2013
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Red Bull sieht sich massiven Vorwürfen ausgesetzt. Wegen eines TV-Spots, der den Untergang der Titanic aufgreift, sind laut Medienberichten bei der britischen Werbekontrollbehörde Advertising Standards Authority (ASA) in wenigen Tagen 79 Beschwerden eingegangen. Den Vorwurf, die Werbung sei pietät- und geschmacklos, will Red Bull aber nicht auf sich sitzen lassen. Gegenüber HORIZONT.NET verteidigt das Unternehmen den Spot.
In dem von Red-Bull-Stambetreuer Kastner & Partner entwickelten TV-Spot, der seit März auch in Deutschland auf reichweitenstarken Sendern läuft, suggeriert Red Bull, dass der Untergang der Titanic weniger dramatisch ausgegangen wäre, wenn man die Passagiere damals mit Energydrinks des Unternehmens versorgt hätte. Die Briten finden die Anspielung an den Claim "Red Bull verleiht Flügel" überhaupt nicht lustig - und laufen gegen den Spot Sturm.

Bei Red Bull versteht man die Aufregung nicht. "Unser selbst-ironischer Spot handelt von einem arroganten, sich selbst überschätzenden Kapitän, der dachte, er wüsste einfach alles, und nicht von den Passagieren, die in der Folge litten", erklärt das Unternehmen gegenüber HORIZONT.NET. Zudem habe die Tragödie der Titanic sogar als Redewendung Eingang in die englische Sprache genommen. So spiele etwa der Spruch "Something is like re-arranging the deckchairs on the Titanic" nicht das Ausmaß der Katastrophe und die vielen Toten von 1912 herunter. Vielmehr würden die Briten damit zum Ausdruck bringen, "dass eine bestimmte Aktivität einfach angesichts der Problems sinnlos ist", argumentiert Red Bull weiter. Der Konzern werde daher den TV-Spot weder stoppen noch überarbeiten.

Nach Deutschland ist die Welle der Empörung noch nicht rübergeschwappt. Wie Julia Busse, Geschäftsführerin und Sprecherin des Deutschen Werberats, gegenüber HORIZONT.NET erklärt, sind bislang noch keinerlei Beschwerden bei dem Kontrollorgan der deutschen Werbewirtschaft eingegangen. "Sollte sich das ändern, würden wir das Unternehmen sicher um eine Stellungnahme bitten", so Busse. Die Gefahr einer Abmahnung ist aber eher gering. Busse glaubt, dass die mesiten Verbraucher den Spot als humorvolle Werbung und nicht als Angriff auf die Opfer der Titanic-Katastrophe verstehen. mas
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