Umstrittene Sixt-Anzeige Vorstandsvorsitzender Erich Sixt entschuldigt sich bei Gustl Mollath

Dienstag, 13. August 2013
Auch auf Facebook machte Sixt die Entschuldigung publik (Bild: facebook.com/sixt.autovermietung)
Auch auf Facebook machte Sixt die Entschuldigung publik (Bild: facebook.com/sixt.autovermietung)

Sixt zieht Konsequenzen aus der öffentlichen Diskussion um das umstrittene Werbemotiv mit Gustl Mollath: Der Vorstandsvorsitzende Erich Sixt hat sich laut einer Pressemitteilung des Unternehmens in einem persönlichen Brief bei dem unfrewillig als Testimonial eingesetzten 56-Jährigen entschuldigt. Das kritisierte Werbemotiv werde zudem nicht mehr weiterverbreitet. "Sixt steht seit jeher für eine provokante und polarisierende Werbung, die aktuelle Sachverhalte in satirischer Form aufgreift. Grundsatz ist dabei jedoch, dass die Betroffenen nicht in ihren persönlichen Gefühlen verletzt oder herabgewürdigt werden", heißt es in der Miteilung des Unternehmens, die auch via Facebook verbreitet wurde. Die in der Montagsausgabe der "Süddeutschen Zeitung" abgedruckte Anzeige sei diesem Grundsatz nicht gerecht geworden. Deswegen nun auch die Entschuldigung. Zugleich stellte Sixt klar, dass die umstrittene Anzeige nicht weiterverbreitet werde. Von der Facebook-Fanpage ist das Motiv tatsächlich verschwunden, auch auf dem Unternehmensblog ist es inzwischen nicht mehr sichtbar.

Bereits gestern hatte Mollaths Anwalt Gerhard Strate rechtliche Schritte gegen Sixt angedroht, weil die Werbung nicht mit seinem Mandanten abgesprochen und das Zitat auf der Anzeige ("Wenn hier einer verrückt ist, dann der Sixt mit seinen Preisen") frei erfunden sei. Auch Volker Nickel, Sprecher des Zentralverbands der Werbewirtschaft (ZAW) sah Mollaths Persönlichkeitsrechte durch das Motiv verletzt. Sixt hatte argumentiert, dass Mollath eine öffentliche Persön sei und man ihn daher auch ungefragt zum Gegenstand einer satirischen Darstellung machen dürfe.

Der Kölner Anwalt Christian Solmecke hatte unterdessen gemutmaßt, dass die Chancen für Sixt in einer rechtlichen Auseinandersetzung gar nicht so schlecht stünden: "Das Plakat spielt humorvoll auf seine Entlassung an und beschädigt dabei weder sein Ansehen, noch lässt es eine Identifikation zum Autovermietungsunternehmen zu. Es ist davon auszugehen, dass die Rechtsprechung auch hier zugunsten von Sixt entscheiden würde."
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