Umbau Deutsche Bank spart an Filialen und beschleunigt Digitalisierung

Montag, 27. April 2015
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
Die Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt
Foto: Deutsche Bank

Die Deutsche Bank steht vor einem tiefgreifenden Richtungswechsel. Das Institut will sich von seiner Tochter Postbank trennen, das Privatkundengeschäft umbauen und seine operativen Kosten bis 2020 um zusätzlich 3,5 Milliarden Euro im Jahr senken. Dem Sparzwang zum Trotz wird bei einem Thema nicht gespart: der Digitalisierung.
Die Deutsche Bank, die zuletzt auch erhebliche Kosten für juristische Auseinandersetzungen unter anderem als Folge des Kirch-Prozesses zu leisten hatte, hatte am Montagmorgen ihre Sparpläne bekannt gegeben. So sollen etwa 40 Prozent des 3,5 Milliarden-Euro-Sparprogramms durch die Schließung von 200 Filialen und den Rückzug aus unprofitablen Bereichen zusammenkommen. Erhebliches Einsparpotenzial verspricht sich das Management von der Digitalisierung, für die daher auch entgegen dem Trend massive Gelder bereitgestellt werden.
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In den nächsten drei bis fünf Jahren will die Deutsche Bank nach eigenen Angaben zusätzlich bis zu einer Milliarde Euro für die Digitalisierung bereitstellen. Damit sollen neue Ertragsmöglichkeiten etwa durch computergestützte Beratungskanäle, eine gesteigerte Effizienz der Plattform durch die Automatisierung oder Digitalisierung von Prozessen sowie die Entwicklung neuer Kundenangebote generiert werden. Die Effizienzsteigerungen, zu denen die Digitalisierung der Geschäfte gehört, sollen mit 60 Prozent zu dem Sparprogramm beitragen. Um die Einsparungen zu erreichen, rechnet das Institut mit einmaligen Kosten von 3,7 Milliarden Euro.

Jürgen Fitschen und Anshu Jain, die Co-Vorsitzenden des Vorstands, bezeichneten den heutigen Tag als wichtigen Meilenstein.  "Wir bekräftigen unseren Anspruch, eine führende globale und in Deutschland verankerte Bank zu sein. Um dies konsequent fortzuführen, bleiben wir kundenorientiert, müssen uns aber stärker auf solche Kundenbeziehungen ausrichten, die für beide Seiten vorteilhaft sind", sagten die Deutsche-Bank-Chefs.

Seit dem Amtsantritt von Anshu Jain und Jürgen Fitschen als Doppelspitze der Deutschen Bank 2012 hat das Institut bereits die jährlichen Kosten um 3,3 Milliarden Euro gesenkt, in diesem Jahr sollen weitere 1,2 Milliarden Euro dazukommen. Im gesamten vergangenen Jahr lagen die operativen Kosten der Bank bei 27,7 Milliarden Euro. Wie viele Stellen von den Einsparungen betroffen sind, ließ die Bank zunächst offen. Unklar ist auch, inwiefern sich das Sparprogramm auf die Marketing- und Kommunikationsaktivitäten der Deutschem Bank auswirkt. "Dafür ist es noch zu früh", erklärte ein Sprecher auf Anfrage von HORIZONT Online. mas
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