Uber Das ist die erste Imagekampagne des Fahrdienstvermittlers in Deutschland

Donnerstag, 02. November 2017
Motiv aus der Uber-Kampagne
Motiv aus der Uber-Kampagne
© Uber

Rechtsstreitigkeiten, Sexismus-Vorwürfe, interne Machtkämpfe: Uber hat zuletzt nicht wirklich für positive Schlagzeilen gesorgt, auch hierzulande nicht. Nun will der umstrittene Fahrdienstvermittler offenbar an seiner Reputation arbeiten - und startet seine erste Imagekampagne in Deutschland überhaupt. Der Auftritt steht unter dem Motto "Umdenken. Umsteigen. Uber" und soll "Zukunftsfragen zur urbanen Mobilität" beantworten.
Für die Kampagne setzt Uber auf die Medien Print und Online. Die drei Motive erscheinen bei reichweitenstarken Titeln wie Bild und Welt aus dem Hause Axel Springer, das seit diesem Jahr im Rahmen einer Finanzbeteiligung bei Uber an Bord ist. Die Wahl des Werbeumfelds dürfte Uber dementsprechend nicht schwer gefallen sein. Das Ziel der Kampagne: Vorurteile ab- und Vertrauen aufzubauen. So präsentiert eines der Motive Uber als Ergänzung zu bestehenden Mobilitätsangeboten - was wohl auch so zu verstehen ist, dass sich das Unternehmen nicht als Konkurrenz zu Bus, Bahn und Carsharing versteht. Vielmehr baut die Botschaft auf der Erkenntnis auf, dass gerade junge Menschen sich häufig erst gar kein Auto anschaffen.
(Bild: Uber)
Der Verzicht auf ein eigenes Auto sei im Uber-Zeitalter aber auch gar kein Problem, so die Aussage eines anderen Motivs. Denn es gebe ohnehin zu viele Staus auf Deutschlands Straßen. Motiv Nummer drei rückt den Dienst "uberPOOL" in den Mittelpunkt. Der an dem vor allem aus den USA bekannten "Carpooling" ansetzende Service funktioniert folgendermaßen: Ein Fahrzeug nimmt mehrere Fahrgäste, die in dieselbe Richtung wollen, nacheinander auf und bringt sie an ihr Ziel. Das soll für weniger Verkehr auf den Straßen sorgen und die Geldbeutel der Nutzer schonen. In  mehr als 50 Städten weltweit bietet Uber uberPOOL an. Jedoch: In Deutschland ist das Pooling von Mietwagen mit Chauffeur gesetzlich verboten.
Dara Khosrowshahi
Bild: dpa

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Uber will mit der Kampagne allerdings vor allem einen Einblick in das eigene Produktportfolio geben - und zeigen, was mit den Services alles möglich wäre. "Unser weltweites Ziel ist es, dass Menschen bezahlbar, verlässlich und ohne zeitaufwendige Parkplatzsuche unterwegs sein können", erklärt Ali Azimi, Head of Communications von Uber in der DACH-Region, gegenüber HORIZONT Online. "Wir setzen uns dabei nicht nur für das Pooling ein, sondern auch dafür, dass Menschen ihr eigenes Auto öfter einmal stehenlassen und einen Mix aus verschiedenen Mobilitätskonzepten wie den öffentlichen Verkehrsmitteln, Carsharing, Bikesharing, Laufen und Uber verwenden. Dies wollen wir jetzt auch in Deutschland stärker betonen."

Kreiert hat die Kampagne die Berliner Agentur Kreuzbergkind. Die Entscheidung für die Agentur fiel nach einem Screening. Verantwortlich sind Paul Brandi (CD Art), Daniel Freier (CD Text) und Geschäfttsführer Marcus Bank. Bei Uber Deutschland zeichnen General Manager Christoph Weigler, Marketing Manager Julana Chondrasch, Head of Government Affairs & Policy Roland Werner sowie Azimi verantwortlich.
(Bild: Uber)
Nicht nur in Deutschland, auch in anderen Märkten drückt Uber derzeit kommunikativ aufs Gaspedal: Mit der Kampagne "Unlocking Cities" wirbt das Unternehmen für weniger Verkehr in den Städten durch effizienteren Einsatz von Fahrzeugen. Zu der Kampagne gehört auch ein Spot, der die derzeitige Situation ironisch aufgreift: Statt echten Fahrzeugen verstopfen Kartons die Straßen, darin gestresste und und genervte Menschen.
Gut möglich, dass von Uber demnächst noch mehr Image- und Produktwerbung zu sehen sein wird. Das Unternehmen ist einem Bericht von Adweek zufolge derzeit auf der Suche nach seiner ersten globalen Kreativagentur. Bislang hatte Uber projektbezogen mit verschiedenen Agenturen zusammengearbeitet. Auch eine Mediaagentur wird laut Adweek gesucht. ire

(Bild: Uber)
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