US-Trio vorne Das sind die relevantesten Marken im Leben der Deutschen

Donnerstag, 19. Oktober 2017
Apple ist die wichtigste Marke im Leben der Deutschen
Apple ist die wichtigste Marke im Leben der Deutschen
© Apple

Digitale Marken prägen das Leben der Deutschen so stark wie nie zuvor. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung der Marken- und Strategieberatung Prophet hervor, wonach Apple, Amazon und Google hierzulande die drei wichtigsten Brands darstellen. Das US-Trio verdrängt damit traditionelle deutsche Unternehmen wie Mercedes, Deutsche Bank und Lufthansa auf die hinteren Plätze.

Hinter den US-amerikanischen Technologie-Riesen platzieren sich den Ergebnissen zufolge Android, Lego, Spotify, Play Station, Miele, Paypal und Whatsapp auf den Rängen 4 bis 10. Nur Miele schafft es als einzige deutsche Traditionsmarke in die Top 10. Unter den 50 relevantesten Marken des Landes gibt es gerade einmal 16, die aus Deutschland kommen – etwa Bosch, Siemens, Lufthansa, Volkswagen oder Mercedes.

"Die deutschen Marken sind offenbar nur noch in den Branchen gut, die den Verbrauchern nicht mehr so wichtig sind wie früher – etwa die Automobilindustrie oder bei langlebigen Konsumgütern wie Haushaltsgeräten und Werkzeug", schlussfolgern die Studienmacher. Die Berater von Prophet haben für die Untersuchung in hierzulande 11.500 Konsumenten zu mehr als 250 Marken in 25 Branchen befragt und daraus einen sogenannten Brand Relevance Index erstellt.

Aus den Ergebgnissen leiten die Experten einen "Megatrend" ab, den sie schon im vergangenen Jahr beobachtete hatten: "Digitale Marken, mit denen Menschen im Internet täglich interagieren, nehmen im Leben der Verbraucher eine immer bedeutendere Rolle ein", sagt der Prophet-Partner Tobias Bärschneider. Für den Alltag der meisten Menschen sind diese Marken und Services so relevant, weil sie ihnen täglich Freude bereiten, interessante Inhalte bieten, ständig verfügbar sind und Nutzen stiften, meint der Markenexperte.

Zwar halten sich die traditionellen Hersteller im internationalen Vergleich noch gut, da sie über Jahre hinweg eine starke emotionale Bindung aufgebaut haben, so Bärschneider. Aber nur wenige Hersteller schaffen es, diese Marken mit digitalen Services emotional und Nutzen stiftend aufzuladen. "Unsere Unternehmen wirken etwas aus der Zeit gefallen. Sie sind in den traditionellen, Ingenieur-nahen Bereichen gut aufgestellt und werden hierfür in der ganzen Welt geliebt", sagt der Prophet-Partner Jan Döring, "doch sie haben es nicht geschafft, relevante Online-Marken aufzubauen und so an der zunehmenden Digitalisierung des Lebens und des Konsums teilzuhaben". ron

 

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