UK Gesichtserkennung soll maßgeschneiderte Werbung ermöglichen

Dienstag, 05. November 2013
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Für die britische Handelskette Tesco ist es eine verlockende Idee, um passgenaue Werbung ausliefern zu können - für Datenschützer ist es der Super-Gau: Das Unternehmen plant, an seinen 450 Tankstellen in Großbritannien eine neue Technologie zum Einsatz zu bringen, welche die Gesichter der Kunden abscannt und dann auf Alter, Geschlecht und Tageszeit abgestimmte Werbung anzeigt. Vereinfacht ausgedrückt würde das so funktionieren: Am Morgen beispielsweise könnten Männlein und Weiblein auf diese Weise Kaffee-Werbung eingeblendet bekommen, während am Abend den Herren Bier empfohlen wird und den Damen Prosecco. Anbieter der Software mit dem Namen Optimeyes ist eine Firma namens Amscreen. Nach Angaben des Unternehmens ist das System in der Lage, Parameter wie die mögliche bzw. tatsächliche Anzahl der Betrachter des Bildschirms, sowie deren Alter, Geschlecht und Standort und die Tageszeit zu messen und in Verbindung zueinander zu setzen (siehe Erklärvideo oben). Dabei würden keine persönlichen Daten gespeichert und alle Datenschutzbestimmungen erfüllt.

Über 5 Millionen Erwachsene sollen so jede Woche erreicht werden. "Wir suchen immer nach Partnern, die unseren Kunden mit innovativen Ideen das Einkaufserlebnis verbessern", sagt Peter Cattell, verantwortlich für die Tesco-Tankstellen. Ob die Kunden auch so begeistert sind, darf allerdings bezweifelt werden. Datenschützer sind jedenfalls alarmiert: "Kunden im Laden einfach abzuscannen, ohne dass sie ihre Zustimmung hierzu gegeben haben, ist ein großes Problem", sagte Nick Pickles von der Organisation Big Brother Watch dem "Guardian". Kunden müssten in jedem Fall über das System informiert werden und ihre Zustimmung geben.

Auch auf Twitter regt sich bereits Protest gegen Tesco. Amscreen-CEO Simon Sugar bemühte sich jedoch, die Wogen zu glätten: "Zur Erinnerung: Optimeyes verletzt nicht die Privatsphäre - es werden keine Daten gespeichert", twitterte er.
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