Trivago-Spots "Scheiß-Wut auf den Laden": Whistleblower deckt "Machenschaften" des Reiseportals auf

Mittwoch, 04. Februar 2015
Held der Trivago-Kampagne: Jonas T., von Beruf Hoteldaten-Whistleblower
Held der Trivago-Kampagne: Jonas T., von Beruf Hoteldaten-Whistleblower
Foto: Trivago
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Trivago Whistleblower


Trivago überrascht mit einem völlig neuen Storytelling. In insgesamt vier humorvollen TV-Spots verabschiedet sich das Vergleichsportal für Hotelpreise von seinem bisherigen Kuschelkurs und setzt auf - natürlich nicht ganz ernst gemeinte - knallharte Konfrontation. Damit grenzt sich das Unternehmen deutlich auch von der Werbung der Konkurrenten Momondo, Weg.de, Swoodoo und Co ab.
Geheimdienst-Operationen, massive Internetüberwachung, dunkle Geheimnisse der US-Armee. Die Namen Chelsea (Bradley) Manning und Edward Snowden stehen für die Aufdeckung großer Skandale. Nun hat die (Werbe-)Welt einen neuen Enthüller: Jonas T., 42 Jahre alt und selbst ernannter "Hoteldaten-Whistleblower". Der mit lässigem T-Shirt und Kappe gekleidete Mann ist der Held der inhouse erdachten und produzierten Trivago-Commercials (Regie: Frank Lambertz). Seine Mission: die "Machenschaften" des Web-Portals aufdecken.
Der Plot: In einem geheimen Interview in einem Hotelzimmer packt der Protagonist sein detailliertes Wissen über das Düsseldorfer Unternehmen aus: "Ich wusste, die hören nicht auf, zu sammeln! Die wollen immer mehr wissen! 735.316 Hotels auf 235 Buchungsplattformen. Die haben alle besten Preise. Die wissen alles!"
„Uns ging es darum, dem Zuschauer ruhig einmal etwas mehr zuzumuten.“
Regisseur Frank Lambertz über die Trivago-Spots
In den Spots, die als 45- und 30-Sekünder auf reichweitenstarken Privatsendern zu sehen sind, redet er sich richtig in Rage: "Trivago hat Schrumpfpreise! Die wollen das gläserne Hotel! Trivago ist eine Datenkrake!" Er redet sich richtig in Rage und nimmt kein Blatt vor den Mund: "Ich hab eine Scheiss-Wut auf den Laden!"

Mit der Kreation geht das Unternehmen werblich einen völlig neuen Weg. Die Vermittlung positiver Gefühle ist - zumindest vorerst - Geschichte. Schluss mit verliebten Paaren, die mit Hilfe der Plattform das günstigste Hotel für ihren Kuschelurlaub finden.

"Uns ging es darum, in diesem Umfeld dem Zuschauer ruhig einmal etwas mehr zuzumuten. Wir glauben an intelligente Zuschauer/Nutzer, die den Humor der Kampagne verstehen und so vielleicht auf uns aufmerksam werden. Die bisherigen Kampagnen legten ja auch primär Wert auf die Emotionalisierung des Zuschauers und nicht darauf, herauszustellen wie toll unser Produkt ist. Das soll der Nutzer schon eigenmächtig entscheiden. Wir wissen lediglich alles über Hotels. Mehr nicht", kommentiert Regisseur Lambertz gegenüber HORIZONT Online die Idee hinter dem Auftritt.

In dem hart umkämpften Markt der Reiseportale haben fast zeitlich die Wettbewerber Momondo (Kreation: Kolle Rebbe) und Weg.de (Kreation: Stefan & Lars) ihre Kampagnen gestartet. Sie buhlen mit ausdrucksstarken Landschaftsbildern und - da sind sie wieder - verliebten Pärchen und glücklichen Familien im Urlaubsmodus um Kunden. jm
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