ToleranzZeit So kämpfen die Bahn und Ogilvy gegen Vorurteile

Dienstag, 14. März 2017
Die deutsche Bahn sagt Vorurteilen den Kampf an
Die deutsche Bahn sagt Vorurteilen den Kampf an
Foto: DB

Marken müssen zu gesellschaftlichen Themen Stellung beziehen und sich einmischen, um relevant zu sein, forderte erst kürzlich Agenturchef Stefan Oliver Schmidt in einem viel beachteten Gastkommentar auf HORIZONT Online. Die Deutsche Bahn hat sich diesen Ratschlag offenbar zu Herzen genommen. Gemeinsam mit seiner Stammagentur Ogilvy & Mather hat der Konzern ein Storytelling-Format entwickelt, das aktuelle und gerade vor dem Hintergrund des Bundestagswahlkampfs auch hochbrisante Themen aufgreifen soll.
Der Startschuss fiel am Dienstagabend im Social Web. "ToleranzZeit" ist der erste aus einer ganzen Reihe von Werbefilmen, mit denen das Unternehmen laut Marketingchefin Antje Neubauer "immer wieder relevante Bahn-Geschichten im gesellschaftlich aktuellen Kontext" erzählen will. Der von Ogilvy in Frankfurt um Kreativchef Stephan Vogel kreierte und von GK Film produzierte Spot greift ein Thema auf, das derzeit wahrscheinlich viele Menschen umtreibt  - nämlich den Umgang der Religionen untereinander.
Die Hauptrolle in dem von Regisseur Simon Oppmann eingefangenen Spot spielt ein junger Mann, der während einer Fahrt im ICE gegenüber einer jungen Frau mit Kopftuch Platz nimmt - und Opfer von gängigen Vorurteilen gegenüber dem Islam wird. Wie ungerechtfertigt diese in diesem Fall sind - und dass die beiden in Wirklichkeit viel gemeinsam haben, zeigt die witzige Pointe am Ende des Films. 

"Unsere Kommunikation zielt darauf ab, für uns wesentliche Werte wie Gastfreundlichkeit, Modernität und Glaubwürdigkeit zu transportieren und als einer der größten Mobilitäts- und Logistikdienstleister weltweit unserer wichtigsten Aufgabe nachzukommen: Menschen zu verbinden", erklärt Michael Peterson, Vorstand Marketing Fernverkehr, die Idee hinter dem Auftritt, der auf der Markenkampagne "Diese Zeit gehört Dir" aufsetzt, seinen Fokus allerdings vor allem in Social Media-Kanälen haben wird. 

Aus Sicht von Roland Stauber, Client Service Director bei Ogilvy & Mather Frankfurt, transportiert die Bahn, die Menschen aller Religionen, Nationalitäten, Geschlechts- und Altersgruppen bedient, mit dem Werbespot genau die richtige Botschaft. "In Zeiten von zunehmender Intoleranz kann es nur eine Antwort auf Vorurteile und Ausgrenzung geben: Toleranz. So gelingt es der Bahn, im Rahmen der Kampagne neben der Vermittlung von konkreten Bahnvorteilen auch ein Statement zu setzen, welches zum Nachdenken anregt.“ mas
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