Todesbananen, Discount-Kokain & Werbefakes Die humorvollsten Reaktionen auf den Drogenfund bei Aldi

Mittwoch, 08. Januar 2014
Dieses Motiv twitterte Frontal 21
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Die Geschichte der zufällig an Aldi-Filialen ausgelieferten Kokain-Pakete sorgte weltweit für Schlagzeilen und lieferte Witzbolden eine dankbare Vorlage für Scherze auf Kosten des Kult-Discounters. Unter die Scherzkekse reihte sich auch Wettbewerber Real ein, der in einem Kommentar auf Twitter den Vorfall zur Werbung für das eigene Obst-Angebot nutzte. Auch den Berufssatirikern lieferte die logistische Panne der Drogenschmuggler reichlich Munition. Die Social-Media-Redaktion des Handelsunternehmens wagte sich als einziger Konkurrent aus der Deckung und verlinkte mit dem Hinweis "Für alle, die ihr Obst ohne Kokain mögen" auf die aktuell bei Real erhältlichen Ananas aus Costa Rica und Ghana. Auch vielen Medienvertretern war der Drogenfund eine humorvolle Aufarbeitung wert. Die Facebook-Verantwortlichen der "Süddeutschen Zeitung" kommentierten die Meldung, dass es sich um gestrecktes Kokain gehandelt hatte mit "Alles andere hätte uns im Discounter überrascht".

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Der auf Satire spezialisierte Frontal-21-Redakteur Frank Martin Doyé lieferte gleich einen eigenen Entwurf für einen Handzettel zum illegalen Sonderabteilung in der Aldi-Obstabteilung und löste prompt eine Diskussion aus, ob ein Kokainpreis von 6,99 Euro für einen Discounter realistisch wäre. Dem Berliner "Tagespiegel" war der Vorfall eine feuilletonistische Rezension wert, bei der insbesondere die dramaturgische Leistung der Berliner Polizei lobende Erwähnung fand: "Zwei martialisch maskierte Aufpasser mit Schutzweste, zwischen ihnen die Kisten und davor drei hübsch drapierte Todesbananen, das zeigt Sinn für bildhafte Inszenierung. Nur die sonst aus solchen Kisten krabbelnde Giftspinne fehlte."

Den offziellen Adelsschlag erhielt die kuriose Geschichte allerdings von der satirischen Nachrichtenseite "Der Postillon", die dem Schmuggelskandal mit einem radikalen Perspektivwechsel einen völlig neuen Aspekt verlieh. In der "Enthüllungsreportage" "Rätselhafter Fall: Mehrere Berliner Junkies wegen Bananen in den Atemwegen behandelt" geht Postillon-Chefsatiriker Stefan Sichermann der Frage nach, welche Folgen die unerwartete Obstlieferung in der Drogenszene hatte. cam
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