Tod durch SMS Werner Herzog dreht Doku für US-Telefonbranche

Mittwoch, 14. August 2013
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Eine Dokumentation. Eine Warnung. Ein einfühlsames Werk. Werner Herzog hat für die US-Telefonbranche einen Film über die Folgen des SMS-Schreibens während der Autofahrt gedreht. Wer sich "From one second to the next" anschaut, wird hoffentlich nie wieder Kurznachrichten schreiben, während er am Lenkrad sitzt.
35 Minuten ist der Beitrag lang, in dem Herzog vier Geschichten erzählt, die alle eines gemeinsam haben: Eine einfache SMS, die dramatische Konsequenzen hat. Da ist etwa die Geschichte von einem Mann, der seiner Frau einfach nur "I Love You" sendete und ihre Antwort unbedingt lesen wollte und dabei auf einer vermeintlich leeren Straße in eine Pferdekutsche rast. Drei Tote sind die Folge. Oder das Schicksal eines Jungen, den eine Frau überfuhr, weil sie gerade die Nachricht in ihr Telefon tippte "Bin unterwegs". Seitdem sitzt er in einem Rollstuhl.

Der Film erzählt einfühlsam die Schicksale von Opfern, Verursachen, den Familien. Innerhalb von Sekunden verändern sich deren Leben. Unkorrigierbar. Unwiderruflich. Katastrophal. Dabei geht es eigentlich nur um das schnöde Thema Verkehrserziehung. Entstanden ist aber eine Dokumentation, die den Betrachter nicht kalt lässt. Das soll sie auch nicht, auch oder gerade weil es eine Auftragsarbeit von US-Telefonunternehmen ist. Damit hat Herzog keine Probleme. "Wir drehen Dir kein Handy an, sondern versuchen, das Bewusstsein zu schärfen", sagt er der Nachrichtenagentur AP. AT &T will die Doku daher auch an 40.000 Schulen zeigen.

Im Internet ist sie etwa auf Youtube frei zugänglich. Innerhalb von fünf Tagen ist der Film 1,4 Millionen mal angeklickt worden. Obwohl der Beitrag kein Einzelfall ist. Bereits in den vergangenen Jahren frischte AT&T seine Kampagne "Don't text and drive" auf. Im November 2011 hatte das US-Verkehrsministerium eindringlich vor dem SMS-Schreiben während der Autofahrt gewarnt.

Zuvor hatten BMW, der Telekommunikationskonzern Verizon sowie die Allstate Versicherung vor der Ablenkung am Steuer gewarnt. Prominente Unterstützung gab es dabei sogar von Oprah Winfrey, die zusammen mit Chevrolet einen eindringlichen Spot produziert hat, in dem Familien von Opfern auftreten. In Deutschland hingegen sind solche Aufklärungskampagnen bislang noch nicht zu sehen. Nötig wäre es schon. Im Juni verursachte im schwäbischen Haigerloch eine 21-Jährige einen schweren Unfall. Sie hatte während der Autofahrt eine SMS gelesen. mir
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