Thomas Wagner Unister-Chef stirbt bei Flugzeugunglück

Freitag, 15. Juli 2016
Thomas Wagner ist ums Leben gekommen
Thomas Wagner ist ums Leben gekommen
Foto: Unister

Einer der schillerndsten deutschen Internetunternehmer ist tot. Thomas Wagner, Gründer der Leipziger Unister-Holding mit Marken wie Ab-in-den-Urlaub.de und Flüge.de, ist bei einem Flugzeugabsturz in Slowenien tödlich verunglückt. Das hat das Unternehmen auf Anfrage von HORIZONT Online bestätigt.

Beim Absturz des in den USA registrierten Kleinflugzeugs in Slowenien sind am Donnerstag insgesamt vier Menschen ums Leben gekommen. Das Flugzeug vom Typ Piper 32 sei auf dem Weg von Venedig nach Leipzig gewesen, berichteten die Medien unter Berufung auf die Polizei. Der Pilot habe vor dem Absturz bei Predmeja im Osten des Landes Probleme wegen Vereisung gemeldet. Die Maschine sei im gebirgigen Gelände in einen Wald gerast und ausgebrannt.

Erste Medienberichte, denen zufolge Unister-Chef Wagner unter den Opfern sei, hat das Unternehmen nun bestätigt. "Die Mitarbeiter sind tief bestürzt über diese Nachricht, die das Unternehmen am Abend erreichte. Unser tiefes Mitgefühl gilt den Angehörigen von Thomas Wagner", heißt es in einer Stellungnahme. 

In einer ersten Krisensitzung hat die Geschäftsleitung von Unister bereits am späten Donnerstagabend über die Lage beraten. „Wir können Thomas Wagner nicht kompensieren, aber wir werden sein Erbe bestmöglich im Sinne unseres Gründers fortführen“, erklärte Chief Communication Officer Dirk Rogl nach der Sitzung. Das Unternehmen wolle  sehr zeitnah die Nachfolge von Thomas Wagner regeln und kommunizieren.

Wagner hatte Unister 2002 gegründet. Unter seiner Ägide wuchs das Unternehmen zu einem führenden Internet-Unternehmen sowie zum führenden Anbieter von Pauschalreisen, der auch kräftig in Werbung investiert. Rund 1200 Mitarbeiter stehen aktuell für einen Umsatz von rund 500 Millionen Euro. Zu den Marken gehören neben den Portalen Ab-in-den-Urlaub.de und Flüge.de, für die Michael Ballack und Reiner Calmund werben, unter anderem auch die Angebote Reisen.de, Preisvergleich.de und Shopping.de. 

„Wir wissen um die Herausforderung, die Erfolgsgeschichte von Thomas Wagner fortzuschreiben und werden alles daran setzen, dies zu tun“, so Rogl stellvertretend für das Unister-Management. Details wolle das Unternehmen in Kürze bekannt geben.

Das Unternehmen war  im Frühjahr 2016 in die Schlagzeilen geraten. Unister wurde unter anderem vorgeworfen, Flugtickets mitunter nachträglich billiger eingekauft und Steuern hinterzogen zu haben. Zu einem Prozess kam es bislang nicht. mas

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