Telefónica Steigt O2 auf die Werbe-Bremse? Unruhe bei den betroffenen Agenturen

Freitag, 10. Juni 2016
Telefónica will offenbar Werbedruck für O2 reduzieren
Telefónica will offenbar Werbedruck für O2 reduzieren
Foto: Telefónica
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Der Telekommunikationskonzern Telefónica plant offenbar, die werblichen Aktivitäten für die Marke O2 zu reduzieren. Wie aus dem Umfeld des Unternehmens zu hören ist, will man bis zum Jahresende in Sachen Kommunikation auf die Bremse treten. Zuletzt hatte Telefónica seine Spendings deutlich erhöht - bis einschließlich April um mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf brutto 64,5 Millionen Euro. Jetzt will oder muss man sich offenbar eine Pause gönnen.
Nach Informationen von HORIZONT sind die Agenturen, die O2 betreuen, bereits informiert worden, dass das Volumen reduziert wird. Zu den betroffenen Werbedienstleistern gehören Kolle Rebbe, Interone und Ogilvy One. Sie wollen auf Anfrage nichts zum Thema sagen und verweisen an den Kunden. Dort erklärt ein Sprecher, dass sich das Unternehmen grundsätzlich nicht zu seinen Werbebudgets äußere. Aber: "Es ist völlig normal, dass es im Jahresverlauf bei Budgets Umverteilungen oder Neuplanungen gibt, unter anderem bei Marktentwicklungen", so der Sprecher.
Gleichzeitig räumt er ein, dass es durch die Übernahme von E-Plus durch Telefónica auch im Marketing Stellenstreichungen gegeben hat: "Durch den Zusammenschluss mit der E-Plus-Gruppe kam es in allen Unternehmensbereichen zu einer Zusammenführung der Teams und dadurch auch zu einer Reduzierung des Personals insgesamt." Eine Verbindung mit internationalen Entwicklungen dementiert der Sprecher. Vor kurzem hatten die britischen Kartellbehörden den Verkauf von O2 in Großbritannien an Hutchison untersagt. Dadurch geht Telefónica Presseberichten zufolge ein Betrag von rund 13 Milliarden Euro durch die Lappen. "Telefónica Deutschland agiert als börsennotiertes Unternehmen eigenständig. Entscheidungen aus anderen Ländergesellschaften haben keinen Einfluss auf unser Geschäft", teilt der Sprecher mit.

Welchen Einfluss die möglichen Sparmaßnahmen auf die betroffenen Agenturen haben, muss sich zeigen. Bei der BBDO-Tochter Interone in Hamburg stehen nach dem Verlust des Digitaletats von BMW im vorigen Jahr ohnehin Veränderungen ins Haus. Wenn jetzt auch der zweite Großkunde O2 auf die Bremse steigt, könnte sich die Situation noch einmal verschärfen. Bei Interone ist seit Anfang des Jahres mit Frank Wolfram ein neuer CEO an Bord. Er will die Technologiekompetenz der Agentur ausbauen, das Kampagnengeschäft soll dagegen in den Hintergrund treten.
O2 Spot
Bild: Telefónica

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In diesem Zusammenhang wird es auch Veränderungen in der Kreativführung der rund 80 Mitarbeiter starken Niederlassung geben. Wie Wolfram bestätigt, werden die beiden Executive Creative Directors Thomas Dempewolf und Jacques Pense die Agentur verlassen. Dempewolf war erst im Sommer vorigen Jahres von Grabarz & Partner zu Interone zurückgekehrt und sollte sich vor allem um BMW kümmern. Wie es mit Daniel Wellschmiedt weitergeht - seit Anfang des Jahres ebenfalls als Executive Creative Director an Bord -, ist unklar. Er war nicht zuletzt für das digitale Kampagnengeschäft mit O2 verpflichtet worden. Wenn sich diese Aufgaben nun deutlich verringern sollten, stellt sich die Frage nach dem künftigen Einsatzgebiet von Wellschmiedt. mam
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