Targobank-Vorstand Jürgen Lieberknecht "Kommunikation alleine reicht nicht"

Freitag, 13. März 2015
Marketing- und Produktmanagement-Vorstand Jürgen Lieberknecht
Marketing- und Produktmanagement-Vorstand Jürgen Lieberknecht
Foto: Targobank

In Zeiten extrem niedriger Zinsen stehen Banken vor neuen Herausforderungen - nicht zuletzt in der Kommunikation mit dem Kunden. Die Targobank - bis 2010 unter dem Namen Citibank bekannt - richtet aktuell sogar das ganze Unternehmen neu aus. Wieso die Tochter der französischen Crédit-Mutuel-Bankengruppe diesen Schritt geht und wie sie in Zukunft kommunizieren will, verrät Marketing- und Produktmanagement-Vorstand Jürgen Lieberknecht im Interview mit HORIZONT.

Jürgen Lieberknecht über ...

... den Umbau der Targobank:

"Die Ertragspotenziale im Finanzdienstleistungsmarkt sind ausgereizt. Wir haben eine Niedrigzinsphase und Wachstum erzielt man derzeit nur durch Verdrängung. Seit 2008 steigen in der Branche deshalb jährlich die Werbeaufwendungen. Kommunikation alleine reicht aber nicht. Man braucht auch eine relevante Botschaft und die richtigen Konzepte. [...] Wir veranschaulichen, wie wir moderne Bankdienstleistungen und -geschäfte verstehen. Unkompliziert, schnell, am Leben unserer Kunden ausgerichtet, wir wollen Menschen entlasten. Wir konzentrieren uns dabei auf drei Themen: Konto, Kredit und Geldanlage. Um uns hier von Wettbewerbern zu differenzieren, gehen wir in der Kommunikation deshalb auch einen ungewöhnlichen Weg: Wir personalisieren erstmals unsere Produkte und vermitteln darüber Eigenschaften, die wir auch Menschen zuschreiben."

... den Agenturwechsel von Grabarz & Partner zu Brand Lounge:

"Wir haben mit Grabarz & Partner erfolgreich zusammengearbeitet und gemeinsam viel erreicht. Der Vertrag ist ausgelaufen und der Kontakt zu Brand Lounge kam durch eine persönliche Empfehlung zustande. Die Agentur sitzt unmittelbar in unserer Nähe. Das macht das Arbeiten leichter. Und was noch wichtiger ist: Wir haben uns schnell verstanden gefühlt . [...] Unser Mantra im Marketing ist: Kontinuität. Aber wir passen unsere  Kommunikation dem Zeitgeist an und setzen auf Themen, die Menschen bewegen."

... die Kommunikationsstrategie:

"Wir sind in der Branche unter den Top 5 und damit, was die Werbespendings angeht, gut dabei. Wir planen für dieses Jahr auf dem Niveau von 2014. Was sich graduell verändern wird, ist unser Mix. Derzeit konzentrieren wir uns vor allem auf drei Kanäle: TV, Online und Direktmarketing. Dann kommt noch unser Sportsponsoring etwa beim DFB-Pokal hinzu. Wir achten in der Aussteuerung der Kanäle generell darauf, an welchen Kontaktpunkten erreichen wir unsere Kunden und Nicht-Kunden möglichst effizient. Das geht bei uns mit unserem Omnikanal-Ansatz einher. Für uns ist daher das Wichtigste, vergleichbare Leistungswerte zu bekommen. Da wird bei der OWM gute Arbeit geleistet, dass wir hier Stück für Stück vorankommen. [...] Die klassische Printanzeige ist für uns die Abrundung unserer Strategie im regionalen Kontext, etwa rund um eine Filialeröffnung. Unser Print heißt vor allem Direktmarketing. Wenn wir dieses Budget in Anzeigen übersetzen würden, wäre das ein sehr signifikanter Betrag." mir
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