Targeting Daten über Interessen und Kaufabsichten werden 2017 wichtiger

Dienstag, 22. November 2016
Q-Division Geschäftsführer Gerald Banze
Q-Division Geschäftsführer Gerald Banze
© Q-Division

Daten über Interessen und Kaufabsichten werden für Werbungtreibende im kommenden Jahr wichtiger. Das geht aus einer Umfrage des auf User-Profile spezialisierten Vermarkters Q-Division unter 106 deutschen Werbeexperten hervor. Danach wollen knapp drei Viertel der Entscheider in ihrer Planung oder bei Testkampagnen sogenannte "Intent-Data" berücksichtigen.
Konkret wurden die Teilnehmer zum aktuellen und künftig geplanten Einsatz von Profildaten befragt. Dabei handelt es sich um anonymisierte Datensätze, mithilfe derer Werbemittel gezielt an einzelne Gruppen oder Personen ausgespielt werden können. Für 89 Prozent der Mediaplaner und Werbungtreibenden werden Profildaten immer wichtiger. "Weichere" Targetingdaten sind in ihrer Wertschätzung dagegen rückläufig: Bei der letzten Befragung gaben noch 94 Prozent der Experten an, soziodemografische Daten nutzen zu wollen - für 2017 planen das nur noch 74 Prozent. Statistische Zwillinge, also User mit ähnlichem demografischen Profil und Online-Verhalten, wurden 2016 noch von 83 Prozent der Befragten als relevant bezeichnet. Im kommenden Jahr soll die Zustimmung auf 68 Prozent sinken.

Ranking: Diese Datenarten wollen Mediaeinkäufer 2017 nutzen

Quelle: Q-Division
Gerald Banze, Geschäftsführer von Q-Division, begrüßt diese Entwicklung: "Die immer gleichen soziodemografischen Daten bestimmen seit 140 Jahren die Werbung. Umso erfreulicher ist, dass wir nun eine erste Abkehr von den altbekannten Zielgruppenmodellen beobachten. Gleichzeitig setzen Advertiser häufiger minuten-frische Insights ein, die eine individuelle und zugleich massenweise Ansprache ermöglichen."

Laut der Umfrage ist die wichtigste Datenquelle das eigene Unternehmen: 83 Prozent der Befragten setzen auf First-Party-Data-Profile, wobei acht von zehn Mediaverantwortlichen auch Daten anderer Anbieter hinzukaufen. 25 Prozent nutzen keine Second-Party-Daten.

Bei der Auswahl der Datenlieferanten rangiert der Preis auf Platz 4 (77 Prozent). Entscheidener sind stattdessen mit 94 Prozent die Datenquelle sowie mit 96 Prozent die Datenaktualität. Am wichtigsten ist das Vertrauen in den Anbieter, sagen 97 Prozent der Mediaverantwortlichen. Grund dafür sind Erfahrungen mit minderwertigen Daten-Angeboten zu Beginn des deutschen Datenmarkts. kn
Meist gelesen
stats