Tado "Wir sind jetzt voll im Vertriebsmodus"

Freitag, 17. Oktober 2014
In seiner ersten TV-Kampagne will Tado das Produkt einer breten Öffentlichkeit erklären
In seiner ersten TV-Kampagne will Tado das Produkt einer breten Öffentlichkeit erklären
Foto: Unternehmen

Mit nur einigen 1000 verkauften Produkten pro Monat ist Tado, der Hersteller von vernetzten Thermostaten, eigentlich kein naheliegender Kandidat für eine TV-Kampagne. Im Gespräch mit HORIZONT verrät CMO Leopold von Bismarck, warum das Unternehmen jetzt trotzdem eine Kampagne zur Wintersaison gestartet hat und diese im November auch auf Großbritannien ausweiten wird.
Wer dieses Jahr die Konsumelektronikmesse Ifa in Berlin besuchte, konnte einen Trend bei jedem Hersteller wiederfinden: Vernetzte Geräte, die sich idealerweise direkt über das Smartphone steuern lassen. Eines der Unternehmen, die nun hoffen von diesem Trend zu profitieren, ist der Münchener Hersteller Tado. Tado arbeitet seit 2010 an Thermostaten und Apps, um die intelligente Energiesteuerung von Häusern zu ermöglichen, und ist seit zwei Jahren in der aktiven Vermarktung. Nun fühlt sich das Unternehmen reif für den Durchbruch in den Massenmarkt, sagt CMO Leopold von Bismarck: "Wir haben in den vergangenen beiden Jahren noch viel an unserem Produkt optimiert und jetzt sind wir voll im Vertriebsmodus. Und wenn man stark wachsen will, ist TV einfach der beste Kanal."
„Wenn man stark wachsen will, ist TV einfach der beste Kanal.“
Leopold von Bismarck
Von Bismarck sieht zwei entscheidende Faktoren, weshalb der Verkauf der Tado-Produkte im letzten Jahr stark zugenommen hat. Zum einen habe man die anfänglichen Kinderkrankheiten in Produktdesign und Vertriebsstrategie in den Griff bekommen zum anderen sei das Thema Internet of Things in der breiten Öffentlichkeit angekommen: "Dass dieses Thema nun in aller Munde ist, ist natürlich ein äußerst positiver Effekt für uns."

In der konkreten Mediastrategie kann Tado allerdings noch nicht seine Start-up-Wurzeln verleugnen. So wäre die Kampagne in ihrer Breite wohl kaum machbar gewesen, hätte das Unternehmen nicht einen Teil der Spotschaltungen bei einem Präsentationswettbewerb auf der Londoner Internetkonferenz Noah von der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe gewonnen. Gleichzeitig verrät der Mediaplan, dass trotz der Wachstumsphase immer noch ein Nischenpublikum erreicht wird. Zielgruppe sind Männer von Mitte 20 bis Ende 30 und Männer  ab Ende 50. "Prototypisch also der urbane Early Adopter, der mit seinem iPhone in Berlin lebt, und der ältere Häuslebauer, der seine Heizung ganz genau kennt," sagt Von Bismarck. Dementsprechend platziert Tado viele seiner Spots in männerlastigen Spartensendern wie D-Max.

Vollkommen ahnungslos musste das Unternehmen allerdings nicht in seiner erste große Massenkampagne starten. Zum einen habe man Ergebnisse aus einem TV-Testlauf im Frühjahr einfließen lassen können, sagt von Bismarck: "Außerdem nutzen wir natürlich alle Zielgruppen-Insights aus unserem laufenden Online-Marketing." Verantwortlich für die Kreation der Kampagne, die zugunsten einer erklärenden Botschaft auf emotionale Markenkommunikation verzichtet, ist die Berliner Agentur DCMN. cam
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