Tabakwerbung Verbände protestieren gegen das drohende Werbeverbot

Mittwoch, 01. Juli 2015
Das Werbeverbot für Zigaretten soll ausgeweitet werden
Das Werbeverbot für Zigaretten soll ausgeweitet werden

Der Vorstoß von Bundesminister Christian Schmidt, Tabakwerbung in Deutschland komplett zu verbieten, ruft in der Industrie heftige Reaktionen hervor. Die Verbände laufen Sturm.
Am heutigen Mittwoch findet in Berlin das Sommerfest des Parlamentskreises Mittelstand statt. Normalerweise gibt es hier einen Stand mit Zigarren. In diesem Jahr steht hier nur einer mit einem Trauerflor. Mit der Aktion will der Bundesverband der Zigarrenindustrie gegen den Referentenentwurf zur Umsetzung der Tabakproduktrichtlinie protestieren. Das Papier, das seit vergangenem Freitag in Berlin zirkuliert, sieht zum Beispiel Warnhinweise auf Zigarren, Zigarillos und Pfeifentabake vor. Für den Verband bedeutet das "die Vernichtung der mittelständischen Familienunternehmen der Zigarrenindustrie." Doch es geht in dem Vorschlag nicht nur um Warnhinweise auf Zigarrenpackungen. Der Tabakindustrie droht ein komplettes Werbeverbot. Künftig sollen die Unternehmen auch nicht mehr auf Plakaten und im Kino werben dürfen. Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft bewertet das drohende Kommunikationsverbot als "Bevormundung" und "Absage an die Souveränität der Bürger". Warum der ZAW das so sieht? Nach wie vor sind Zigaretten, Zigarren und Drehtabak legale Produkte. Sie müssen nicht wie so manches Schmuddelheft unter der Ladetheke liegen, sondern werden ganz offiziell im Handel verkauft. Und was legal ist, darf auch werben. "Eine vollständige Kappung des werblichen Kontaktes zum erwachsenen Kunden stellt die Branche außerhalb des Systems der Marktwirtschaft", sagt ZAW-Hauptgeschäftsführer Manfred Parteina.

Vehementen Widerstand kündigt die Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM) an. "Werbeverbote sind politische Lifestyleregulierung und falsch verstandener Verbraucherschutz", sagt Joachim Schütz. Käme das völlige Werbeverbot, hätte das für den OWM-Geschäftsführer ein "bislang nicht gekannter Eingriff in die unternehmerische Freiheit werbender Unetrnehmen." Zudem besteht nach seiner Meinung die Gefahr, dass weitere Branche von politischer Überregulierung erfasst werden könnten. Damit dürfte er recht haben. mir
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