TUI macht Tempo Erik Friemuth wird neuer Group Chief Marketing Officer

Donnerstag, 10. April 2014
Erik Friemuth, neuer Marketing-Chef bei TUI
Erik Friemuth, neuer Marketing-Chef bei TUI

TUI-CEO Friedrich Joussen drückt beim Umbau des größten europäischen Touristikers aufs Tempo. Mit Erik Friemuth rückt ein enger Vertrauer aus alten Vodafone-Tagen auf den Posten des Group Chief Marketing Officer. Friemuth war zuletzt beim Düsseldorfer Telekommunikationsriesen Geschäftsführer Privatkundengeschäft und CMO Vodafone Deutschland. In seiner neuen Position ist der 46-Jährige für das Group Marketing der TUI Travel PLC, die Hotelmarken, Robinson, Hapag Lloyd und TUI Cruises zuständig. Zudem wird er Mitglied des Managementboards der TUI AG. In dieser Form gab es diese Position bisher nicht. Die Machtfülle kommt nicht von ungefähr. Sie soll eine enge Verzahnung zwischen der operativen Touristiktocher TUI Travel PLC und der Konzernmutter TUI gewährleisten, heißt es aus dem Unternehmen. "Wir wollen unsere Marke weiter differenzieren und dadurch stärken. Dazu haben wir die Rolle des Group Marketings neu definiert und erweitert, um die Bedeutung innerhalb des Konzerns zu unterstreichen", sagt Peter Long, Chief Executiv TUI Travel.

Man könnte es aber auch anders formulieren: Die verschiedenen TUI-Marken haben bislang den Schuß nicht gehört oder nicht ernstgenommen. Konzernchef Joussen will das Unternehmen neu ausrichten und wieder auf Wachstum trimmen. TUI Travel soll dabei künftig mit weniger Marken und dafür deutlich digitaler am Markt agieren. Mit dem von ihm iniitierten Programm "One TUI" will er eine fokussiertere, differenziertere und vor allem integrierte Markenwelt erreichen. Doch die Umsetzung erfolgt Joussen zu langsam. Er hatte bereits kurz nach Amtsantritt im Februar 2013 eine Straffung des Markenportfolios angekündigt. Passiert ist seitdem nach außen hin wenig. "Wir haben zu viele Marken, und die Differenzierung ist in der Touristik absolut unterentwickelt. Bei manchen Marken weiß der Kunde nicht so recht, wofür sie stehen", sagte Joussen erst vergangenen Montag wieder in einem Gespräch mit der "Wirtschaftswoche". Letztendlich geht es ihm um Synergien und um ein Markenportfolio, bei dem sich die einzelnen Brands stärker als bisher differenzieren, aber dennoch die TUI als gemeinsamer Absender zu erkennen ist.

Diese Aufgabe der Reorganisation übernimmt jetzt Friemuth. Welche und wie viele der über 200 Marken, darunter beispielsweise sieben Airlines, am Ende des Prozess übrigbleiben werden, ist derzeit völlig offen. "Das wird Herr Friemuth jetzt entwickeln und entscheiden", heißt es aus der Zentrale.

Das nötige Rüstzeug dafür hat der ehemalige Geschäftsführer Privatkundengeschäft und CMO Vodafone Deutschland. Was aber noch viel wichtiger ist: Er hat das Vertrauen von Joussen. Bei einer Neuausrichtung, die nicht ohne Schmerzen und Tränen verlaufen wird, ist das nicht unerheblich. Friemuth ist übrigens nicht der erste ehemalige Vodafone-Manager, der Joussen zu TUI folgt: Mitte letzten Jahres wechselte Thomas Ellerbeck, zuvor Geschäftsführer Kommunikation bei Vodafone Deutschland, als Director Group Corporate & External Affairs zu dem Reisekonzern. mir
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