Studie von We Communications Konsumenten wollen keine Markenbotschafter sein

Donnerstag, 02. Juni 2016
Bianca Eichner ist General Manager und Vice President Deutschland bei We Communications
Bianca Eichner ist General Manager und Vice President Deutschland bei We Communications
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Kunden als Fürsprecher für eine Marke? Einer Studie der Kommunikationsagentur We Communications zufolge funktioniert das in der Praxis kaum. Im Mittelpunkt der Untersuchung, für die 500 Personen im Alter zwischen 18 und 44 Jahren befragt wurden, stand das Informations- und Empfehlungsverhalten deutscher Konsumenten vor Kaufentscheidungen.
Grundsätzlich zeigt sich, dass die Befragten immer mehr differenzieren, in welchen Produktkategorien sie Empfehlungen aussprechen. Oftmals schließen sie sogar aus, als Botschafter wirken zu wollen und Unternehmen müssen damit rechnen, dass ihre Kunden auch nicht mehr die größten Fürsprecher ihrer Marke sind. In fast allen Kategorien würde die Mehrheit der Befragten – die Werte bewegen sich zwischen 26 und 68 Prozent – keine Empfehlung aussprechen. Nur bei "Restaurants & Gastronomie" (38 Prozent) sowie "Lebensmittel & Getränke" (32 Prozent) zeigten die Teilnehmer eine große Offenheit, aktiv eine Empfehlung zu geben. Darüber hinaus findet der Informationsaustausch in für Unternehmen nur schwer kontrollierbaren Social-Media Bereichen statt. 33 Prozent der Befragten ziehen Whatsapp dem Social-Network Facebook vor (28 Prozent), um Inhalte zu teilen. Bianca Eichner, General Manager und Vice President Deutschland, weiß: "Die zunehmend beliebten Instant Messaging-Dienste bieten Unternehmen keine Möglichkeit, der Kommunikation zu folgen und auf sie zu reagieren. Es bedarf neuer Strategien, um Kunden mit Interaktion an Marken zu binden."

Nach den Studienergebnissen bietet besonders der Beginn neuer Lebensphasen Anlass, neue Kaufentscheidungen zu treffen. Demnach motivieren Beförderungen beispielsweise den Konsumenten zum Kauf von Luxusgütern (31 Prozent). Rund 22 Prozent der Befragten investierten ihr Geld nach einer Hochzeit in Reisen. Der Erwerb neuer Marken für die Körperpflege (24 Prozent) steht vor allem zu Beginn einer neuen Beziehung ganz oben. Es ist nicht überraschend, dass vorrangig im Tagesverlauf in der Zeit zwischen 17 und 21 Uhr (31 Prozent) am ehesten Information bezüglich des Kaufverhaltens eingeholt werden konnten.

Im Hinbick auf die Suche im Netz fallen rund 63 Prozent der aufgewendeten Zeit auf Freitag und das Wochenende. Eichner gibt hierbei zu verstehen: "Die Befragten zeigen sich zu bestimmten Zeiten ihres Alltags und besonderen Zeitpunkten ihres Lebens eher gewillt, neue Investitionen zu tätigen."

Demzufolge werden "vor allem Analysen und differenzierte Konsumentenprofile zukünftig noch einen größeren Stellenwert bei der Generierung zielgruppenrelevanter Inhalte einnehmen als bisher", so die General Managerin. Laut We Communications müsse es als Konsequenz daher wieder verstärkt darum gehen, den Nutzer individuell, zur richtigen Zeit und mit der richtigen Geschichte anzusprechen, um ihn letzlich als Kunden zu gewinnen. jgr
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