Studie Neun von zehn Verbrauchern fordern bessere Online-Videowerbung

Dienstag, 13. September 2016
Online-Videowerbung hat noch viel Verbesserungspotential
Online-Videowerbung hat noch viel Verbesserungspotential
Foto: Eugenio Marongiu/Fotolia
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Brightcove Deutschland Frankreich Adblocker Mark Blair


Neun von zehn Verbrauchern (92 Prozent) in Europa sind sich einig, dass sich an dem aktuellen Zustand von Online-Videowerbung etwas ändern muss. Das geht aus einer Auswertung des Cloud-Anbieters Brightcove hervor. Über die Hälfte der Befragten ist sogar von zu viel Online-Videowerbung frustriert.

Vanson Bourne, das mit der Umfrage betraute Marktforschungsunternehmen, hat für die Studie im April und Mai insgesamt 4000 Konsumenten von Online-Videoinhalten im Alter über 18 Jahren in Deutschland, Frankreich und UK befragt. Die Ergebnisse wurden gestern im Rahmen der International Broadcasting Convention (IBC) veröffentlicht.

Auf die Frage, was genau sie an der Online-Werbung stört, nannten die Verbraucher vor allem mangelnde Relevanz, zu großes Volumen und schlechte Darstellung. Diese Probleme führten bei 67 Prozent der Befragten dazu, dass sie die Betrachtung ihres ursprünglich ausgewählten Inhalts abbrachen. Unter anderem fanden die Studienmacher folgendes heraus:

  • 73 Prozent der Befragten hatten bereits eine schlechte Darstellung erlebt (z.B. Puffern, Ladefehler) 
  • Über die Hälfte (51 Prozent) findet das große Aufkommen von Online-Videowerbung frustrierend
  • 74 Prozent der Befragten hatten ein negatives Erlebnis mit dem Inhalt von Online-Werbung
  • Über ein Drittel (36 Prozent) der Befragten sieht selten oder nie Werbung, die für ihre persönlichen Interessen relevant ist

Anhand der Eregbnisse zieht Brightcove die Schlussfolgerung, dass Anbieter von Online-Videoinhalten neue Ansätze zur Monetarisierung finden müssen, immerhin steige gleichzeitig die Adblocker-Nutzung. "Andernfalls riskieren sie den Verlust von Publikum und den damit verbundenen Umsätzen", heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Darin erläutert Mark Blair, Vice President EMEA von Brightcove: "Wir sind davon überzeugt,  dass die Kunden jedes Recht haben, defekte, nervige und intrusive Werbung zu meiden. Andererseits haben aber auch die Unternehmen das Recht, die Inhalte, deren Produktion viel Geld kostet, zu monetarisieren und zu promoten. Um hier ein gegenseitiges Einvernehmen zu schaffen, muss eine Balance gefunden und das Benutzererlebnis verbessert werden, damit die Akzeptanz für Werbeinhalte steigt."

Ein Ergebnis der Studie lässt zumindest hoffen: Zwei Drittel der Befragten gaben an, dass sie es verstehen und fair finden würden, wenn Publisher Online-Werbung nutzen, um kostenlose Inhalte zu finanzieren. Doch das Verbesserungspotential eben dieser Werbung sei immens: Nur jeder Zehnte gab an, immer ein positives Erlebnis mit der eingeblendeten Onlinewerbung zu haben. Sie wünschen sich vor allem interaktivere Werbung (58 Prozent), kürzere Werbeeinblendungen (57 Prozent), eine Funktion zum schnelleren Vorspulen der Werbung (41 Prozent) sowie passendere Werbung (21 Prozent). ron

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