Studie Deutsche Manager machen Digitalisierung zum Entscheidungskriterium bei der Jobwahl

Mittwoch, 16. März 2016
Der Umgang von Firmen mit der Digitalisierung wird zum Entscheidungskriterium bei der Jobwahl
Der Umgang von Firmen mit der Digitalisierung wird zum Entscheidungskriterium bei der Jobwahl
Foto: Colourbox

Trendthemen wie Digitalisierung und Industrie 4.0 haben nicht nur Auswirkungen auf bestehende Geschäftsmodelle und Prozesse, sondern beeinflussen zunehmend auch das Karriereverhalten von Führungskräften. Laut des Manager-Barometers der Personalberatung Odgers Berndtson wollen sechs von zehn Managern in der DACH-Region ihre Entscheidung, für welches Unternehmen sie arbeiten, zukünftig vom Grad der Digitalisierung des neuen Arbeitgebers abhängig machen.

Insgesamt wollen 63 Prozent der rund 1800 Teilnehmer der Untersuchung bei ihrem nächsten beruflichen Wechsel darauf achten, ob das neue Unternehmen über eine ambitionierte und nachvollziehbare Strategie bei der Digitalisierung und Industrie 4.0 verfügt. "Dass die Digitalisierung auch das Karriereverhalten von Führungskräften verändert, ist eine neue Erkenntnis", kommentiert Markus Trost, Associate Partner bei Odgers Berndtson. Unternehmen müssten sich künftig darauf einstellen, dass ihre Arbeitgeberattraktivität stark damit korreliert, wie sie die digitale Transformation intern umsetzen.

Dabei steht die große Mehrheit der Manager im DACH-Raum (75 Prozent) den aktuellen Veränderungsprozessen durch die Digitalisierung positiv gegenüber. Vorteile sehen die Befragten vor allem in der Beschleunigung und Vereinfachung von Prozessen (55 Prozent) sowie in einer besseren internationalen Zusammenarbeit (50 Prozent) und in der flexibleren Kombination von Berufs-­ und Privatleben (42 Prozent). Die Mehrheit der Manager erwartet darüber hinaus neue Karriereperspektiven durch die Digitalisierung - vor allem Führungskräfte aus Telekommunikation, Medien und Technologie, aber auch Unternehmensberater und Wirtschaftsprüfer.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch das Ergebnis einer Studie von McKinsey und Markenverband aus dem vergangenen Herbst. Danach messen 90 Prozent der deutschen Markenartikler der Digitalisierung zwar eine strategische Bedeutung bei. Allerdings haben nur 11 Prozent eine umfassende Strategie dafür. "Wenn die Digitalkompetenz fehlt, ist das Überleben des Unternehmens bedroht", sagte McKinsey-Forscher Jesko Perrey damals bei der Präsentation der Studienergebnisse. fam

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