Streit um Deo-Werbung Beiersdorf zieht gegen Henkel den Kürzeren

Freitag, 26. Juli 2013
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Empfindliche Schlappe für Beiersdorf: Der Hamburger Kosmetikriese hat im Streit mit Henkel um die aktuelle Nivea-Kampagne den Kürzeren gezogen. Wie eine Richterin am Landgericht Düsseldorf gegenüber HORIZONT.NET bestätigt, hat Henkel in allen Punkten Recht bekommen. Ob Beiersdorf die Werbekampagne nun stoppt oder in die nächste Instanz geht, ist aber noch unklar.
"Wir sind der Ansicht, dass die Aussagen im Zusammenhang mit diesem speziellen Werbespot von Verbrauchern nicht missverstanden werden. Aber natürlich nehmen wir das Urteil zur Kenntnis und werden die Begründung noch einmal eingehend prüfen", erklärt eine Beiersdorf-Sprecherin auf Anfrage von HORIZONT.NET.

Die Düsseldorfer Richter beurteilen die Sachlage völlig anders. "Die Werbeaussagen für Nivea Invisible for Black & White sind irreführend, weil nicht zutreffend", sagt die Richterin gegenüber HORIZONT.NET. Die Behauptung, Nivea Invisible for Black & White sei "das beste Deo gegen gelbe Flecken", sei schon deshalb nicht zu halten, weil es sich bei dem Produkt gar nicht um ein Deo, sondern um ein Antitranspirant handele. Diese Schweißhemmer enthalten Aluminiumchlorid, wodurch häufig gelbe Flecken entstehen. Deos enthalten diesen Stoff nicht und neigen daher auch nicht zur Fleckenbildung. "Daher kann das Nivea-Produkt auch nicht das beste Deo gegen gelbe Flecken sein", erläutert die Richterin weiter.

Auch der Spruch "Schwarz bleibt Schwarz" wurde von den Richtern einkassiert. Die Entscheidung fiel auf Basis einer Stoffprobe, die Henkel eingereicht hatte. Mit dieser habe Henkel glaubhaft gemacht, dass das Nivea-Produkt Flecken auf schwarzen Kleidern Flecken hinterlasse.

Die Frage, ob Beiersdorf in Berufung geht, ist nicht ohne Brisanz. Der Ton zwischen den beiden Wettbewerbern hat sich in letzter Zeit ohnehin verschärft. Auslöser war unter anderem der Rechtsstreit um den geplanten Wechsel der früheren Henkel-Managerin Tina Müller zur Beiersdorf-Marke Nivea. Müller wollte dies vor Gericht einklagen, doch der Gütetermin war Mitte April gescheitert. mas
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