"StreamOn" So wirbt die Deutsche Telekom für ihre selbsternannte Mobilfunk-Revolution

Dienstag, 04. April 2017
In der Kampagne für StreamOn ist auch Clara Heins wieder mit von der Partie
In der Kampagne für StreamOn ist auch Clara Heins wieder mit von der Partie
© Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom war im Mobilfunk-Markt lange der Platzhirsch, der sein Terrain gegen Angreifer verteidigen musste. Jetzt mausert sich der Magenta-Riese selbst zum Disruptor der Branche. Mit der neuen "StreamOn"-Option können Kunden des Bonner Konzerns künftig auch von unterwegs ohne Ende Musik hören und Videos anschauen. Das in ihrem Tarif enthaltene Highspeed-Datenvolumen wird nicht belastet. Begleitet wird die Markteinführung von einer breit angelegten Werbekampagne.
Bei der Präsentation von "StreamOn" am heutigen Dienstag in Bonn sparte die Deutsche Telekom nicht mit Superlativen. "Mit StreamOn werden wir den deutschen Mobilfunkmarkt revolutionieren", schickte Telekom-Vorstand Niek Jan van Damme eine Botschaft in Richtung München und Düsseldorf, wo die größten Wettbewerber Telefonica und Vodafone ansässig sind. Mit dem neuen Angebot wolle die Telekom ihren Mobilfunkkunden "auch unterwegs eine uneingeschränkte Nutzung von Audio- und Videoinhalten im besten Mobilfunknetz zu bieten" - und das "ohne einen Cent Mehrkosten".
In den Genuss der kostenlosen Streaming-Flatrate kommen jene Telekom-Kunden, die bereits einen der aktuellen MagentaMobil Tarife M, L, L Plus, L Premium und L Plus Premium abgeschlossen haben. Während Kunden im Tarif MagentaMobil M lediglich die Audio-Streamingdienste teilnehmender Partner nutzen können, bietet StreamOn Kunden ab dem Tarif MagentaMobil L eine kostenlose Audio- und Video-Streaming-Option. Heißt: Neben Musikdiensten wie Apple Music, Napster und Music Unlimited von Amazon können Nutzer von unterwegs auch nach Gusto Videos auf Netflix, Amazion Prime Video, Youtube und Sky Go anschauen, ohne dass ihr Datenvolumen belastet wird.

Telekom Schriftzug dach
Bild: Deutsche Telekom

Mehr zum Thema

Media-Pitch Deutsche Telekom stellt Mediacom auf den Prüfstand

Begleitet wird die Einführung von "StreamOn" von einer Werbekampagne aus der Feder von DDB Hamburg. Und die wird es in sich haben. Wie Philipp Friedel, Leiter Marktkommunikation, und Michael Schuld, Leiter Kommunikation und Vertriebsmarketing, im Gespräch mit HORIZONT Online ankündigen, wird die Telekom den Werbedruck für StreamOn in den kommenden Wochen hoch halten. "Wir reden über eine wirklich breit angelegte Kampagne über alle Kanäle hinweg", sagt Friedel. 

Bereits heute gehen erste Teaser-Filme auf Sendung, die die Zielgruppe anhand verschiedener Beispiel-Szenarien neugierig machen sollen. Im Mittelpunkt der Clips stehen junge Leute, die alle mit den lästigen Limitierungen ihrer Datentarife zu kämpfen haben und sich fragen, warum das eigentlich so sein muss. Die Antwort auf die vielen "Warum?"-Fragen gibt die Telekom dann am 19. April, wenn passend zum Produktlaunch der Hauptspot für StreamOn auf Sendung geht und das Produkt im Detail vorgestellt wird. 

Das Motto des TV-Spots passt dabei ganz zum Anspruch von Telekom-Vorstand Van Damme, dessen angekündigte "Revolution" nun Dank einer erneuten Zusammenarbeit mit Depeche Mode auch im Kampagnensong "Where's The Revolution" aufgegriffen wird. Neben den TV-Spots, die Regisseur Simon Verhoeven gemeinsam mit Czar Film, Berlin, produziert hat, kommen Out-of-Home-Motive, Printanzeigen, Hörfunk-Spots und PoS-Materialien zum Einsatz. Der Löwenanteil des Budgets ist laut Schuld neben TV aber für Digital reserviert.

„Wenn es uns gelingt, den Passanten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, dann haben wir alles richtig gemacht.“
Michael Schuld
Telekom-Manager Michael Schuld
Telekom-Manager Michael Schuld (Bild: DTAG)
Bei der Zielgruppenansprache geht die Telekom indes neue Wege und setzt verstärkt auf Programmatic Advertising und kontextuelles Targeting. Letzteres wird unter anderem für Werbeformate auf großen Websites genutzt. Dabei reagiert ein Team aus Mitarbeitern der Telekom sowie von DDB und Mediacom live auf die aktuelle Berichterstattung der Redaktionen und entwickelt die passenden Werbe-Headlines zu den entsprechenden Anlässen. Auch in der Außenwerbung ist kontextuelles Targeting ein Thema. So soll "StreamOn" etwa auf einer Werbefläche in der Großen Freiheit nahe der Hamburger Reeperbahn mit dem Spruch "Endlich länger können" beworben werden. Schuld ist optimistisch, dass sich der Aufwand lohnt. Die Erfahrungen hätten gezeigt, dass Videos, Plakate, Anzeigen und Banner, die den Nutzer im Bedarfsmoment ansprechen, eine höhere Aufmerksamkeit erhalten. "Und wenn es uns gelingt, den Passanten ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern, dann haben wir alles richtig gemacht." mas
Meist gelesen
stats