Strategie 2025 So will Volkswagen die Mobilität der Zukunft prägen

Donnerstag, 16. Juni 2016
VW-Chef Matthias Müller will den Konzern in eine gute Zukunft führen
VW-Chef Matthias Müller will den Konzern in eine gute Zukunft führen
Foto: Porsche

Das ist eine Ansage. Der Volkswagen-Konzern will einer der führenden Anbieter nachhaltiger Mobilität werden. Das kündigte CEO Matthias Müller heute bei der Vorstellung der neuen Unternehmensprogramm "Together - Strategie 2025" an.
Es ist der größte Umbau in der Unternehmensgeschichte des Volkswagen-Konzerns und es ist ein Programm, das fit machen soll für die Zukunft. "Together -Strategie 2025" ist die Antwort des Wolfsburger Autoherstellers auf digitale Transformation, E-Mobilität, veränderte Kundenwünsche und die Notwenigkeit einer neuen Unternehmenskultur. "Der epochaler Wandel eröffnet uns riesige Chancen. Wir wollen sie nutzen", sagt Matthias Müller. Der CEO wirkt gelöst, macht Scherze, auch wenn die Auswirkungen des Dieselsakndals nach wie vor heftig sind und den Konzern noch eine ganze Weile beschäftigen werden. Trotzdem blickt der CEO jetzt nach vorne. Gemeinsam mit Konzernstratege Thomas Sedran hat er ein Programm entwickelt, das es in sich hat.

Die Strategie: Together - Strategie 2025

Zwei zentrale Begriffe: 2025 und together. Die Jahreszahl soll den Zeithorizont aufzeigen, in dem der Konzern jetzt denkt. Er steht für langfristiges Denken und Handeln. Der Begriff "Together" soll für die Denkweise und die Haltung stehen, die Volkswagen künftig auszeichnen soll. Um es mit Müller zu sagen: "Wir wissen, dass wir auf Dauer nur mit einer gemeinsamen Kraftanstrengung erfolgreich sein können." Das neue Leitpapier löst die bislang gültige "Strategie 2018" ab. Diese hatte Ex-CEO Martin Winterkorn entwickelt und sah unter anderem vor, den Konzern zum größten Autohersteller der Welt zu machen.
Im Kern steht das Vorhaben auf vier Füßen. Transformation des Kerngeschäfts, Aufbau eines eigenständigen und markenübergreifenden Geschäftsfelds Mobilitätsdienstleistungen mit Sitz in Berlin, Ausbau der Innovationskraft und die Finanzierung des Ganzen. Inhaltlich ausgefüllt wird das Programm von 15 strategischen Intitiativen auf Konzernebene. Allein auf die Transformation des Kerngeschäftes entfallen neun Vorhaben. Aus Marketingsicht sind hier mehrere Dinge interessant. Zum einen will Volkswagen seine 12 Marken künftig trennschärfer positionieren. Gleichzeitig will Müller die Gesamtzahl der 340 Modellvarianten deutlich verringern, gleichzeitig aber die Elektrifizierung weiter voranbringen. "Wir sind entschlossen, die Elektromobilität zu einem neuen Markenzeichen von Volkswagen zu machen", erklärt Müller. Und damit niemand im Raum Zweifel daran hat kündigt er an, bis 2025 will der Konzern 30 vollelektrische neue Fahrzeuge auf den Markt bringen. "Wir erwarten, dass wir dann etwa 2 bis 3 Millionen rein elektrisch angetriebender Fahrzeuge pro Jahr verkaufen werden."
„Wir sind entschlossen, die Elektromobilität zu einem neuen Markenzeichen von Volkswagen zu machen.“
Matthias Müller
Zum anderen wird Volkswagen das Thema autonomes Fahren stärker besetzen. "Wir machen das autonome Fahren und künstliche Intelligenz zu Kerntechnologien von Volkswagen", kündigt Müller. Bislang galt der Unternehmenschef nicht unbedingt als Freund der Technologie, wie er heute auch freimütig zugab. Aber: "Inzwischen haben wir nicht den geringsten Zweifel daran, dass diese revolutionäre Technologie schon innerhalb weniger Jahre zur Realität werden wird."

Wie ernst es Volkswagen mit dem Thema und der Digitalisierung generell meint, lässt sich auch an zwei anderen Punkten erkennen. Für neue autonome Mobilitätslösungen investiert VW mehrere Milliarden Euro. Rund 1.000 Software-Spezialisten will der Konzern einstellen, um die notwendigen technischen Voraussetzungen zu schaffen. Bereits bekannt ist der Aufbau der drei Volkswagen Group Future Center. Dort arbeiten Designer und Digitalisierungsexperten gemeinsam am Auto der Zukunft.
Volkswagen Logo 2016
Bild: Volkswagen

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Hinzu kommt die Bereitschaft zu Kooperationen und Zukäufen. Die strategische Partnerschaft mit Gett ist hier das jüngste Beispiel. Es geht um den Aufbau von neuen Mobilitäts-Angeboten, von Carsharing über Robotaxis bis hin zu Transport-On-Demand. Bis 2025 will Müller in dem schnell wachsenden Markt einen Umsatz in substanzieller Milliardenhöhe erreichen. Und noch eine Botschaft hatte der Konzernchef parat: Bei den allgemeinen Vertriebs- und Verwaltungskosten will der Konzern wieder auf eine Quote kommen, die unter 12 Prozent liegt. Das bedeutet vor allem Sparen - und das wird auch nicht nahtlos an Dienstleistern und Kommunikationvorhaben vorbeigehen.

Doch es geht um ein höheres Ziel: Um profitables Wachstum und eine effizientere, innovativere und kundennähere Aufstellung von Volkswagen. mir
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