Schokostreit Stiftung Warentest verliert endgültig gegen Ritter Sport

Donnerstag, 25. September 2014
Die Stiftung Warentest gibt im Streit mit Ritter Sport klein bei
Die Stiftung Warentest gibt im Streit mit Ritter Sport klein bei
Foto: Foto: Stiftung Warentest

Die Stiftung Warentest akzeptiert ihre Niederlage im Streit mit Ritter Sport um die schlechte Bewertung seiner Nuss-Schokolade. Die Organisation erklärte am Donnerstag in Berlin, sie erkenne das Urteil des Oberlandesgerichts München an. Die Tester waren vor dem OLG mit dem Versuch gescheitert, ein früheres Urteil gegen sie aufheben zu lassen. Damit darf die Stiftung Warentest in ihrem Schokoladentest Ritter Sport keine irreführende Kennzeichnung eines Vanillearomas vorwerfen.
In dem Test von Vollmilch-Nuss-Schokoladen hatten die Prüfer der Ritter Sport-Tafel die Note fünf gegeben, weil die Schokolade das Aroma Piperonal enthalte, das künstlich hergestellt worden sei, was Ritter Sport bestreitet. Der Hersteller hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Behauptung erreicht. Ob das Aroma tatsächlich natürlich ist oder chemisch hergestellt sei, konnte das Gericht nicht klären. Entscheidend für den Prozess sei aber die Frage gewesen, wie die Stiftung Warentest die Verbraucher über ihre Testmethode informiert habe. Hubertus Primus, Vorstand der Organisation, räumte laut Mitteilung ein: "Die Stiftung Warentest hat im Testbericht nicht präzise und ausführlich genug dargelegt, wie sie zur Beurteilung der Deklaration gekommen ist". Ob sich das zuständige Landgericht in einem Hauptsacheprozess mit der tatsächlichen Herstellung des Piperonals befassen würde, sei daher ungewiss.

Die Stiftung Warentest geht damit gleich doppelt als Verlierer aus dem Rechtsstreit: Nicht nur, dass sie in der eigentlichen Sache unterlegen ist. Als Begleiterscheinung der mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit ausgefochtenen Auseinandersetzung verloren die Verbraucherschützer laut GPRA Vertrauensindex massiv an Ansehen. dpa/ire
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