Startups Fachkräftemangel bereitet Gründern Kopfschmerzen

Montag, 11. Juli 2016
Deutsche Startups wachsen bei Umsatz und Mitarbeitern
Deutsche Startups wachsen bei Umsatz und Mitarbeitern
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Sie sind jung, sie sind cool, sie sind angesagt: Auf viele Startups dürfte diese Beschreibung zutreffen - und doch tun sich diese jungen Unternehmen oft schwer mit der Rekrutierung neuer Mitarbeiter. Laut einer Umfrage von PwC bei 400 Unternehmen gestaltet sich die Mitarbeitersuche für 74 Prozent der Befragten schwierig.
Doch Not macht bekanntlich erfinderisch: Um neues Personal zu finden, setzen die Unternehmen auf flexible Arbeitszeiten - dies trifft auf 49 Prozent zu - oder betriebliche Altersvorsorge (36 Prozent). 31 Prozent der befragten Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Incentives wie kostenlose Getränke oder Mittagessen. Gerade diese Unternehmen tun sich eigenen Angaben zufolge bei der Mitarbeitersuche etwas leichter, berichten die Studienautoren. Probleme beim Recruiting kann es allerdings nur geben, wenn man auf der Suche nach neuem Personal ist. Und das trifft auf deutsche Startups definitiv zu: Rund sieben von zehn Unternehmen wollen in den kommenden zwölf Monaten neue Kollegen einstellen, wie PwC mitteilt. Im Durchschnitt soll die Anzahl ihrer Mitarbeiter um 13 Prozent steigen. Bei der Mitarbeitersuche setzen Startup-Chefs in erster Linie auf Vitamin B: Für rund die Hälfte der Gründer ist das eigene Netzwerk das Mittel der Wahl bei der Talentsuche. Job-Portale und Online-Plattformen spielen mit 38 und 24 Prozent eher eine untergeordnete Rolle.
Die Gründer von Freeletics
Bild: Unternehmen

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Das Mitarbeiterwachstum bei Startups dürfte auch mit der positiven Umsatzprognose vieler Jungunternehmen zusammenhängen: Drei von vier Startups erwarten für das laufende Jahr ein Plus. "Die Chancen für eine erfolgreiche Entwicklung für Start-ups sind günstig. Die Unternehmen blicken optimistisch in die Zukunft und sind zu Investitionen in neue Mitarbeiter, Standorte und Märkte bereit", so PwC-Partner Philipp Medrow.

Weitere Ergebnisse der Befragung:

- Digitalisierung ist Trumpf: Für jeweils mehr als 90 Prozent spielt sie im Hinblick auf das eigene Geschäftsmodell, interne Abläufe und Prozesse sowie die Kommunikation mit Kunden oder Lieferanten und Dienstleistern eine sehr große oder große Rolle.

- IT-Sicherheit hingegen wird nicht sehr groß geschrieben: Nur gut ein Drittel der Unternehmen (36 Prozent) kümmert sich um eine bedarfsgerechte Security Awareness und Schulungsmaßnahmen für die Mitarbeiter.

- Die steigende Zahl der Startups macht es Gründern nicht gerade einfacher, Geldgeber zu überzeugen: 52 Prozent der Befragten tun sich eigenen Angaben schwer damit, potenzielle Investoren von ihrer Geschäftsidee zu überzeugen. Laut Medrow liegt das daran, dass Kapitalgeber "mittlerweile mehr Erfahrung gewonnen haben und Start-ups besser bewerten können." ire
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