Start-ups Samwer-Brüder investieren in kleine Unternehmen

Mittwoch, 08. Juni 2016
Oliver Samwer schaut sich nach interessanten Investment-Möglichkeiten um
Oliver Samwer schaut sich nach interessanten Investment-Möglichkeiten um
Foto: Matthias Richter

Die Samwer-Brüder, die wohl bekanntesten deutschen Online-Investoren, stecken abseits ihrer Start-up-Fabrik Rocket Internet Geld in weitere junge Unternehmen. In diesem Jahr hätten sie sich an rund 25 Firmen beteiligt, sagte Rocket-Internet-Chef Oliver Samwer am Mittwoch auf der Internet-Konferenz Axel Springer Noah Berlin.

Es gehe um Beträge von 100.000, 200.000, vielleicht eine Million Euro im frühen Stadium der Entwicklung. "Das Ökosystem hat sich verändert, und es gibt viele Chancen außerhalb von Rocket", erklärte Samwer. Solche Investitionen liefen über den Samwer-Fonds Global Founders Capital.

Bei Rocket Internet verlor die Aktie seit Jahresbeginn rund 30 Prozent ihres Werts, die Start-ups unter dem Dach der Holding schreiben nach wie vor rote Zahlen. Um den Aktienkurs mache er sich keine Gedanken, sagte Samwer. "Man steht mal in einer Warteschlange und spielt mit seinem Telefon herum - dann sieht man ihn."
„Auf lange Sicht glauben wir, dass jede Menge unserer Firmen hochprofitabel sein werden.“
Oliver Samwer
Den Rest der Zeit sei er damit beschäftigt, an dem Geschäft zu arbeiten. "Auf lange Sicht glauben wir, dass jede Menge unserer Firmen hochprofitabel sein werden", versicherte er wie bisher. "Wir werden auch oft scheitern", fügte Samwer hinzu. 
Europa habe mehrere "Mini-Disney-Silicon-Valleys", sagte der für markige Worte bekannte 43-Jährige.

Rocket Internet war es zu Jahresbeginn gelungen, einige der Beteiligungen etwas näher an die Gewinnzone heranzubringen, auch wenn das zum Teil mit langsamerem Wachstum einherging. Bei einzelnen der 13 wichtigsten Rocket-Beteiligungen stiegen die Verluste jedoch weiter. So sprang beim Kochboxen-Versender HelloFresh der Umsatz binnen eines Jahres von 45,4 auf 141,4 Millionen Euro hoch - aber auch der Ebitda-Verlust stieg von 7,3 auf 27,3 Millionen Euro. HelloFresh sollte im vergangenen Jahr an die Börse gehen, doch die Aktienplatzierung wurde abgesagt, weil der angepeilte Preis nicht zu erreichen war. Die schwedische Risikokapitalgesellschaft und Großaktionärin Kinnevik will ihre Beteiligung an Rocket Internet nun in einigen Jahren auf den Prüfstand stellen. dpa

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