Earned Media Wie Starbucks von einer Youtube-Parodie profitiert

Donnerstag, 11. September 2014
Comedian Paul Gale als Starbuck-Barista
Comedian Paul Gale als Starbuck-Barista
Foto: Youtube/Paul Gale Comedy
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US-Comedian Paul Gale nimmt sich bei Youtube eines Mythos' an, den viele Kaffeeliebhaber in den Vereinigten Staaten kennen dürften: Starbucks-Mitarbeiter haben offenbar schlechte Ohren und/oder eine mangelhafte Orthographie - jedenfalls schreiben sie häufig die Namen der Kunden falsch auf die Becher. Gale hat das für eine Parodie genutzt, in der Starbucks zwar nicht besonders gut weg kommt, aber dennoch klarer Gewinner des Sketches ist. Auch eine Variante von Earned Media.
Hintergrund: Bei einer Starbucks-Bestellung wird der Kunde nach seinem Namen gefragt, dieser wird auf den Becher geschrieben - Verwechslungen sind somit nahezu ausgeschlossen. Nicht aber, wenn aus "Jessica" auf einmal "Gessika" und aus "Paul" der Name "Pawl" wird. Ein "Problem", dem sich viele Kunden in den USA tagtäglich ausgesetzt sind - und auch hierzulande soll es schon zu rechtschreiberischen Fehltritten gekommen sein. Nach nur drei Tagen wurde das knapp dreiminütige Video bereits 4,5 Millionen Mal geklickt - und das alleine bei Youtube. Mittlerweile berichten nicht mehr nur Online-Magazine, sondern auch US-Fernsehanstalten wie NBC über den Sketch (der zugegeben ein bisschen langatmig geraten ist). Darin posiert Gale als Starbucks-Barista in originalgetreuem Filial-Setting und erklärt, wieso er Spaß daran hat, absichtlich einen falschen Namen auf die Becher zu schreiben: Er will die Menschen einfach nur, vornehm ausgedrückt, auf die Schippe nehmen. Viele Starbucks-Kunden wundern sich über die groteske Variante ihres Namens und posten Bilder und Videos davon bei sozialen Netzwerken wie Twitter, Facebook, Youtube, Vine oder Instagram.

Tatsächlich kursieren viele solcher Bilder im Netz - für Starbucks ist das kostenlose PR. Nicht solche von der Art, die der Kaffeehauskette aus Seattle ernsthaft schaden könnte (Stichwort "Shitstorm"), sondern eine schmerzfreie und unverfängliche Möglichkeit, die Markenbekanntheit zu steigern. Ob Starbucks-Mitarbeiter aber tatsächlich rein aus Werbezwecken die Namen der Kunden falsch verstehen (wollen), sei einmal dahin gestellt. fam
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