Spots zur Bundestagswahl So werben die Parteien um die Gunst der Wähler

Donnerstag, 29. August 2013
Angela Merkel im CDU-Wahlspot (Foto: Screenshot)
Angela Merkel im CDU-Wahlspot (Foto: Screenshot)

Jetzt geht der Wahlkampf endgültig in die heiße Phase: Mit der Piratenpartei hat auch die letzte relevante Partei ihren TV-Spot zur Bundestagswahl am 22. September veröffentlicht. In den Werbeclips fällt auf: Alle Parteien wagen nicht viel, manche proben den gewohnten Aufstand aus der Ecke der Missverstandenen - ohne dabei allerdings auf eigene Inhalte zu setzen. Immerhin gibt es hier und da auch eine Prise Humor. HORIZONT.NET zeigt die Spots von CDU, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, FDP, Die Linke und den Piraten.

CDU:


Wie im kompletten Wahlkampf setzt die CDU auf Sympathieträgerin Angela Merkel, die ihren Konkurrenten Peer Steinbrück (SPD) in direkten Umfragen stets weit hinter sich lässt. Die Kanzlerin richtet sich direkt an den Wähler und parliert im roten Blazer über das Betreten von Neuland und die Wichtigkeit richtiger Entscheidungen. Der Fokus liegt natürlich auf dem Altbewährten der schwarz-gelben Regierung: Deutschland stehe gerade in Sachen Wirtschaftskraft gut da - und das solle auch so bleiben. Damit vertritt Merkel auch den Wahlkampf-Claim "Gemeinsam erfolgreich" ihrer Partei. Die Kreation kommt von Blumberry, Berlin.

Die Wahlwerbespots der anderen Parteien sehen Sie auf den nächsten Seiten

SPD:


Die SPD lässt dagegen ihre Wähler sprechen: In dem von Super J+K, Berlin, entwickelten Spot dürfen die Bürger vor einem Rednerpult ihrer Unzufriedenheit über die aktuelle Regierung von CDU und FDP Luft machen und sprechen über vielbehandelte Themen wie Bildung, Mindestlohn und Finanzpolitik. Erst am Ende kommt Kanzlerkandidat Peer Steinbrück zu seinem Statement, fordert mehr Gerechtigkeit ein und bittet um die Stimmabgabe für die SPD - ohne freilich von einer eigenen Programmatik zu sprechen.

Bündnis 90/Die Grünen:


"Und du?" fragen die Grünen nicht nur auf ihren Wahlplakaten, sondern natürlich auch im TV-Spot. Darin setzt William Cohn (bekannt als Sprecher des eingestellten TV-Talkformats "Roche & Böhmermann") als Schneckenforscher die schwarz-gelbe Regierung mit der Art der "gemeinen Gastropoda" gleich, die ohne Rückgrat einer Vetternwirtschaft nachkommt und stets im Dunkeln tappt. Aber am 22. September bestehe ja die Chance, die "Schneckenplage" wieder loszuwerden. So gut die Idee für den Spot (Kreation: Zum goldenen Hirschen, Hamburg) auch ist - eigene Themen und Vorstellungen bringen auch die Grünen nicht zum Ausdruck.

FDP:


Die FDP dagegen lädt zum persönlichen Frühstück mit Partei-Aushängeschild Rainer Brüderle. Und siehe da: Die "Liberalen" sagen zumindest, was mit Schwarz-Gelb anders wird beziehungsweise viel eher - was gleich bleibt. Keine erhöhten Steuern, Stärkung des Mittelstands: Klassische Botschaften der FDP gepaart mit ihrem Sympathieträger. Ob das reicht, um die Partei aus der Krise zu führen? Entwickelt wurde der Spot von Reinsclassen, Hamburg.

Die Linke:


Die Linke kommt wie ein geprügelter Hund aus der Ecke und gibt sich in den 90 Sekunden ihres Commercials ziemlich frustriert - und lässt sich und seine Aussagen immer wieder symbolisch unterdrücken. Der Empörungsfaktor ist hier sicher am größten, die Auftritte der Testimonials erinnern an wütende Reden auf Massendemos. Auf ihre Spitzenkandidaten wie Gregor Gysi oder Sahra Wagenknecht setzt die Partei hingegen nicht.

Piratenpartei:


Zu guter Letzt setzt auch die Piratenpartei auf "Negative Campaigning". Allerdings wählt die Partei dazu einen ironischen Weg, der dem Zuseher durchaus ein Schmunzeln abringt: So werden in dem Spot verschiedene Gesellschaftsteile Deutschlands anhand einzelner Bürger vorgestellt - aus vermeintlicher Sicht der Regierung, die Kultureinrichtungen sterben lässt, Cannabiskonsumenten verurteilt und ein besonderes Auge auf Einwanderer hat. Ein überraschend gut gecasteter Spot - und das ohne Kreativagentur. Die Idee kommt von Parteimitglied Roman Ladig.
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