"Do it for Mom" Warum Sexurlaub in der Sonne für mehr dänische Enkelkinder sorgen soll

Freitag, 02. Oktober 2015
Spies Rejser verspricht eindringliche Urlaubserlebnisse für junge, kinderlose Paare
Spies Rejser verspricht eindringliche Urlaubserlebnisse für junge, kinderlose Paare
Foto: Spies Rejsen
Themenseiten zu diesem Artikel:

Sexurlaub Pitch Thomas Cook Enkel Dänemark


Reisen ist nicht nur eine Chance, neue Leute kennenzulernen, es ist auch eine gute Gelegenheit, selbst neue Leute zu machen. Mit diesem Pitch bewirbt das dänische Reiseunternehmen Spies Rejser sein neues Programm "Do it for Mom" bei Senioren, die endlich mal Großeltern werden wollen. Die Idee dahinter: Da Dänen notorisch träge in der Fortpflanzung sind, sollen Großmütter in spe mit einer kräftigen Finanzspritze der jungen Generation einen Aktivurlaub in einer sonnigen Location ermöglichen, wo nicht nur die Temperatur, sondern auch die Endorphine in die Höhe schießen.
In der von Robert/Boisen & Like-minded kreierten Kampagne folgt die Thomas-Cook-Tochter im wesentlichen der Kampagnenlogik des Vorjahresauftritts, als der Appell noch "Do it for Denmark" lautete. Erneut liefert der Spot einen scheinbar ernsten journalistischen Ton in seinem Voice-Over, der aber von den zahlreichen schlüpfrigen Anspielungen in den Bildern ironisch aufgelöst wird. So erinnert der Sprecher das ältere Zielpublikum in sentimentalen Bildern daran, dass sie ja auch dabei waren, als ihre Kinder die ersten Schritte taten oder Fahrradfahren lernten, nur um dann zu zeigen, warum Omis direkte Hilfe bei der Fortpflanzung eher nicht willkommen ist.
-

Mehr zum Thema

Sex fürs Vaterland Thomas-Cook-Tochter fordert Dänen zum Poppen auf

Hier liegt die eigentliche Genialität des Spots: Er vermischt das bestehende Tabu, mit seinen Eltern über Sex zu reden, mit der durchaus ernsten Sehnsucht der älteren Generation nach Enkelkindern. Zusätzliche Spannung erhält das Szenario dadurch, dass die Kinderarmut in Dänemark ein höchst reales gesellschaftliches Problem ist. Auch an die Singles, selbst wenn sie keine "Teamplayer" sind, hat das Programm der Reiseagentur gedacht: Im Film sieht man, wie die Mutter ihren erwachsenen Sohn überzeugt, Papiertücher und Laptop beiseite zu legen und ihn dann in den Urlaub schickt. Dort trifft er endlich mal eine Frau trifft, die ebenfalls an Ufos glaubt. Jenseits des reinen Unterhaltungswerts kann das Reiseunternehmen mit seiner Plattform allerdings auch einen realen Service für seine Kunden liefern. Denn natürlich können auch Verwandte, die nicht zur Fortpflanzung motivieren, sich an der Urlaubsplanung ihrer Angehörigen finanziell beteiligen. cam
Meist gelesen
stats