Agent Provocateur So verbinden Studenten von der Filmakademie BW nackte Haut mit Religion

Montag, 24. April 2017
Im Spec-Spot bekehrt eine wenig bekleidete Frau den Krieger.
Im Spec-Spot bekehrt eine wenig bekleidete Frau den Krieger.
Foto: Francisco Gonzalez Sendino
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Agent Provocateur


Der Regie-Student Francisco Gonzalez Sendino und sein Team von der Filmakademie Baden-Württemberg haben einen Spec-Spot für das englische Wäschelabel Agent Provocateur produziert. Der Spot verzichtet vollkommen auf Sprache und Farbe, möchte künstlerisch und unkonventionell erscheinen - und verbindet Unterwäsche mit Religion.

Berge, vom Wind vorangetriebene Wolken und ein Kreuz auf einem Berg, das durch den Himmel verdunkelt wird. Ein Krieger bemerkt das Naturspektakel, steht auf und geht auf eine riesige Tür zu. Sie zerbröckelt, zerfällt - und im Staub erscheint eine Frau, deren Körper nur spärlich von glitzernden Fäden bedeckt ist. Zum Schluss fällt der Krieger zu Boden und reckt die Hände gen Himmel. Ein Zeichen für die Ergebung und den Glauben. Denn ein Kreuz und Jesus spielen ebenfalls eine Rolle im Spot "Ressurection" - auf deutsch: Auferstehung.

Die Bilder des Spec-Spots überzeugen - nicht zuletzt dank der erotsichen Inszenierung. Doch im Verständnis der Story ergeben sich einige Fragen, die auch nach mehrmaligem Ansehen viel Spielraum für Interpretationen lassen. Das kann man gut oder schlecht finden. Den Anspruch, "einen Dessous-Film zu drehen, der sich deutlich von konventionellen Unterwäsche-Spots unterscheidet und das Produkt künstlerisch und mit einer kleinen Storyline bewirbt", wie es Sendino vorhatte, trifft allemal zu. Alles in allem passt der Spec-Spot zur Wäschemarke, da er dem Namen des Labels alle Ehre macht: Es werden viele erotische Aufnahmen gezeigt, es wird provoziert - auch dadurch, dass Religion mit Dessous in Verbindung gebracht wird. Dies ist typisch für die Kampagnen von Agent Provocateur - wie zum Beispiel der Spot über die verführerische Fata Morgana von Penelope Cruz zeigt.

Der Werbefilm wurde in der marokkanischen Sahara und Berlin gedreht. Zum Team gehören unter anderem der Director of Photography Tony Kopec, Editor David Gesslbauer und die Producer Veith Unger und Finn Neubert. Unterstützt wurde das Film-Team von Co-Produktionsfirma und Hauptsponsor BWGTBLD. Die Filmmusik stammt von Christopher Ward und Stefan Wiedmer, das Sound Design von Marvin H. Keil. Die visuellen Effekte wurden von Acht unter der Leitung von Ralf Ott produziert.  bre

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