Sony Kazuo Hirais selbstbewusste Kampfansage zur Playstation VR

Montag, 05. September 2016
Sony-Konzernchef Kazuo Hirai
Sony-Konzernchef Kazuo Hirai
Foto: Sony
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Es ist nun schon Tradition, dass der CEO und Präsident von Sony seine IFA-Auftritte dafür nutzt, auch Grundsätzliches zur Entwicklung des Konzerns zu sagen. In diesem Jahr war Kazuo Hirai allerdings ganz besonders auf Krawall gebürstet. Denn während er im vergangenen Jahren noch vor allem rote Zahlen erklären musste, hat Sony mittlerweile die Rückkehr in die Profitabilität geschafft und eine mit Produktinnovationen gut gefüllte Pipeline. Das steigert die Angriffslust.
Hirai machte schon zum Start seiner Präsentation kein Geheimnis daraus, wie schwer das vergangene Jahr für Sony war, doch der CEO hat sich für die Zukunft viel vorgenommen. Speziell das Thema Virtuelle Realität ist ein Geschäftsfeld, von dem sich Hirai sehr viel verspricht. Sony will mit seiner Playstation VR, deren Verkauf im Oktober offiziell startet, zwar zunächst den Spielemarkt erobern, aber dabei soll es nicht lang bleiben. Hirai: „Hier entsteht eine völlig neue unternehmerische Chance für uns, für die Sony angesichts seiner unterschiedlichen Geschäftsbereiche besonders prädestiniert ist.“ Sony werde seine Kapazitäten in der Contentproduktion und -vermarktung einsetzen, um den neuen Markt offensiv zu besetzen. Die Chancen, dass der japanische Hersteller zu einem der relevantesten Player in dem neuen Markt werden könnte, stehen gar nicht mal schlecht. Denn anders als die Highend-Konkurrenten HTC Vive und Oculus verfügt Sony mit den mehr als 40 Millionen Käufern der Playstation 4 schon über eine existierende Fanbasis, für die der Einstieg in die virtuelle Realität vergleichsweise preisgünstig möglich wäre. Darüber hinaus gehört Sony zu den wenigen großen Gamingmarken, die ihre neuen Projekte auch mit massiven Werbekampagnen begleiten. Auch hier halten sich die früher gestarteten Wettbewerber bis jetzt deutlich zurück und setzen vor allem auf PR, Händlerkooperationen und Promotions.

Sony will allerdings auch bei einigen anderen Trendthemen der IFA mitspielen. So verfolgt der Konzern derzeit gleich eine Vielfalt von Initiativen, die auf das Smart Home zielen. Den Roboter, der laut Hirai „nicht nur Aufgaben im Haus übernehmen, sondern auch eine echte emotionale Beziehung möglich machen wird“, gibt es auf der Ifa zwar nicht zu sehen. Dafür zeigt der japanische Hersteller in Berlin aber den Xperia Agent. Die Kombination aus Lautsprecher und Mikrophon soll ähnlich wie Alexa als virtueller Assistent Fragen beantworten und die elektronischen Geräte im Haus steuern.

Dass Sony sich mit Xperia Agent auch neue Geschäftsfelder außerhalb seiner Kernkompetenzen erschließen will, demonstrierte Hirai mit der Präsentation eines Pilotprojekts aus Japan. Hier testet Sony in Kooperation mit Nestlé Japan, wie sich der Xperia Agent nutzen lässt, um eine vollautomatische Nestlé-Kaffeemaschine zu steuern. Der Sonyapparat würde dabei nicht nur die Steuerung über Sprachbefehle erlauben, sondern auch vollautomatisch das Nachbestellen des Kaffees übernehmen. Ein Geschäftsmodell, das sich Amazon derzeit über seine Amazon Dash erschließen will.

Das japanische Pilotprojekt zeigt aber auch, wie sich durch die Kombination verschiedener Geräte im Internet der Dinge radikal neue Produktaspekte entwickeln lassen. Denn wenn der Besitzer einer Nestlé-Kaffeemaschine sich einen Kaffee zubereitet, werden alle seine Freunde und getrennt lebenden Familienmitglieder davon informiert und zu einem Telepräsenz-Kaffeekränzchen eingeladen. Xperia Agent macht die Kaffeemaschine so zum sozialen Netzwerk. cam
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