Sodastream-Europachef Henner Rinsche "Content Marketing ist im Großen und Ganzen Unsinn"

Donnerstag, 17. März 2016
Weiter auf Wachstumskurs: Sodastream-Europachef Henner Rinsche
Weiter auf Wachstumskurs: Sodastream-Europachef Henner Rinsche
Foto: Sodastream
Themenseiten zu diesem Artikel:

Content Marketing Henner Rinsche SodaStream Mediaagentur


Henner Rinsche hat gut lächeln: Im 16. Quartal in Folge ist sein Unternehmen, die Wassersprudler-Marke Sodastream, nun zweistellig gewachsen. Ein Erfolg, den der Europachef vor allem auf die Marketingstrategie zurückführt. Im HORIZONT-Interview spricht der 45-Jährige über den ungewöhnlichen Werbeansatz, die Rolle der Mediaagenturen und den Hype um Content Marketing.

Henner Rinsche über...

... die Pretests bei allen Werbespots:

"Wir sind so bescheiden zu sagen: Niemand kann schon vorher wissen, wie eine Werbebotschaft oder ein TV-Spot funktionieren wird. Und deshalb produzieren wir fürs folgende Jahr nicht einen Film, sondern 30 oder 40, die wir wissenschaftlich quantitativ mit Verbrauchern testen, um denjenigen zu finden, der am besten funktioniert. Dieser Spot wird dann mit großem Werbedruck geschaltet. Bei uns ist immer der Verbraucher der Boss."

... das Thema Werbewirkung:

"Die Werbewirksamkeit generell ist das wichtigste Thema bei uns - und nicht nur im Marketing, sondern aus der ganzen Unternehmenssicht. Schon deshalb, weil wir hierzulande in diesem Jahr 20 Millionen Euro brutto in Werbung stecken. Der Return-on-Invest kann bei Werbung extrem schwanken, auch zwischen einzelnen  Kanälen. Da muss man genau überlegen, was man wie misst."

Exklusiv für Abonnenten

Das vollständige Interview mit Henner Rinsche und wie die Werbestrategie von Sodastream im Detail aussieht, erfahren HORIZONT-Abonnenten in der aktuellen Wochenzeitung, die auch auf Tablets oder - nach einmaliger Registrierung - als E-Paper gelesen werden kann. Nicht-Abonnenten können hier ein HORIZONT-Abo abschließen.

... die Rolle der Mediaagenturen:

"Zwischen Mediaagentur und Werbungtreibenden gibt es natürlich kongruente Interessen. Wenn aber die Agentur mit unterschiedlichen Maßnahmen unterschiedlich viel Geld verdienen kann, dann liegt der Verdacht nahe, dass sie auch Dinge vorschlagen oder tun könnte, die eher in ihrem Interesse liegen. Das ist nichts Schlimmes oder Unmoralisches. Man muss sich dessen nur bewusst sein und überlegen, welche Verträge man abschließt. Die Empfehlung einer Mediaagentur ist vielleicht eine gute Grundlage, sie bedeutet aber nicht, dass man ihr auch automatisch folgen muss."

... das Hypethema Content Marketing:

"Ich bin völlig davon überzeugt, dass Content Marketing im Großen und Ganzen Unsinn ist. Es mag Marken geben, da ist das anders. Aber als FMCG-Unternehmen will man ja sein eigenes Shampoo, seine eigene Cola oder seinen eigenen Wassersprudler möglichst wirksam verkaufen. Und Content Marketing geht aus meiner Sicht von der Grundannahme aus, mein eigenes Produkt ist langweilig, also unterhalte ich die Leute. Und zwar indem ich interessanten Content generiere, der sie dort abholt, wo sie sind. Das funktioniert aber nicht. Man hat als Shampoo- oder Wassersprudlermarke einfach nicht die Ressourcen, um in Sachen Entertainment besser zu  sein als Youtube, Sky oder die 'Bild'-Zeitung." Interview: fam
Meist gelesen
stats