Sixt-Marketer Robin Ruschke "Provokation ist ein gutes Mittel, um für Viralität zu sorgen"

Sonntag, 18. September 2016
Robin Ruschke darf innovative Werbung machen - sein Chef Erich Sixt steht dazu
Robin Ruschke darf innovative Werbung machen - sein Chef Erich Sixt steht dazu
Foto: Hans-Rudolf Schulz
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Sixt Robin Ruschke Donald Trump Instagram Jung von Matt


Vor kurzem gab Erich Sixt, Chef des gleichnamigen Autovermieters, in einem Interview zu Protokoll, geplante Werbemotive mit US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump auf Anraten seiner Anwälte lieber im Giftschrank zu lassen. Angst hat das Unternehmen aber nicht vor dem Politiker, stellt Robin Ruschke, Director Brand Strategy bei Sixt, nun im HORIZONT-Gespräch klar - viel mehr gehe es um den Kosten-Nutzen-Faktor. Zudem spricht der 36-Jährige über die Markenstrategie, die Agenturbeziehungen und innovative Werbekanäle.

Robin Ruschke über ...

... provokante Werbung:

"Provokation ist ein gutes Mittel, um für Viralität zu sorgen. Die entsteht vor allem, wenn manche Menschen ein Motiv besonders gut und andere es eher schlecht finden - das war etwa bei dem Gauland-Motiv so. Aber es ist ein schmaler Grat, den man nicht allzu häufig überschreiten sollte. Das ist uns in der Vergangenheit übrigens auch schon passiert. Die Grenze muss man immer wieder aufs Neue finden."

... das Echtzeitmarketing von Sixt:

"Wenn wir ein Motiv verabschieden, ist es unter Umständen am nächsten Tag in der Zeitung. Es gibt ein Chancenfenster, meistens baut sich eine Geschichte über Tage hinweg auf. Daher ist gar nicht so relevant, wann, sondern wo wir die Menschen erreichen. Und das ist nach wie vor gerne auch die Tageszeitung. [...] Wir können uns viel erlauben - auch, weil es mit Erich Sixt einen großen Fan von guter und provokanter Werbung im Unternehmen gibt. Aber die Kommunikation ist letztlich nur Mittel zum Zweck: Ein Auto zu mieten, ist nicht so emotional wie ein iPhone zu kaufen. Wenn wir nur laut trompeten, würden wir Menschen zwar temporär für uns begeistern, aber auch schnell wieder verlieren."
Sixt
Bild: Bild: Sixt

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... die Agenturbeziehungen:

"Ein Großteil der Kreation stammt von den Agenturen - in Deutschland ist das fast ausnahmslos Jung von Matt. Aber man muss unterscheiden: Die großen, aufmerksamkeitsstarken Kampagnen sind meist in Zusammenarbeit mit Agenturpartnern entstanden, etwa das Gauland-Motiv oder auch das "Mitarbeiter des Monats"-Motiv mit dem Lokführer-Gewerkschaftsführer Claus Weselsky. Bei anderen Aktionen, etwa in den sozialen Medien, entsteht sehr viel in den internen Teams, zum Beispiel unsere Snapchat-Aktivitäten. [...] Die Symbiose aus intern und extern ist entscheidend, übrigens auch, um sich mal aneinander zu reiben."

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... neue Kanäle wie Snapchat:

"Sixt steht für Innovationen. Insofern ist klar, dass wir neue Kanäle ausprobieren. Bei Snapchat oder Instagram Stories spielen uns unsere Geschwindigkeit und Entscheidungsfreude in die Hände. Wir schauen sehr früh, wie ein neuer Kanal zu unseren Zielen passt und wie die Nutzer reagieren. Bei Snapchat etwa müssen wir sehr selektiv mit dem sein, was wir veröffentlichen. Im Endeffekt kann man dabei aber nur gewinnen. [...] Natürlich kann man die Frage stellen, ob ich einen 15-Jährigen bei Snapchat erreichen will. Aber das gehört zur Markenführung dazu: Der 15-Jährige wird irgendwann 18, dann 25 und will natürlich auch ein Fahrzeug mieten. Und das wird er bei der Autovermietung tun, die er bereits gut kennt." fam
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