Apple als Werbeopfer Microsoft macht Siri zur Versagerin

Montag, 24. November 2014
Microsoft setzt auf vergleichende Werbung
Microsoft setzt auf vergleichende Werbung
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Apple eilt derzeit von Rekord zu Rekord und könnte schon bald der erste Konzern sein, dessen Wert die Billionengrenze durchbricht. Davon zeigt sich Microsoft völlig unbeeindruckt. In seiner neuen Kampagne zieht der Konzern seinen Intimfeind mächtig durch den Kakao und attackiert ihn dort, wo es in der Weihnachtssaison am meisten wehtut: im Smartphone- und Tabletgeschäft.
In seinen Werbespots vergleicht Microsoft seinen Sprachassistenten Cortana mit dem von Apple. Dass Siri dabei keine gute Figur macht, versteht sich von selbst. Während Cortana in dem Spot für das neue Windows-Smartphone Lumia 830 mit glasklarer, beinahe menschlicher Stimme kommuniziert und den Eindruck erweckt, tatsächlich eine Art Gespräch führen zu können, wird Siri mit der blechernen Stimme und den einfältigen, immer gleichen Antworten ("Ich bin jetzt nur größer") als minderwertig dargestellt. Zumal Cortana auch mit neuen Funktionen wie Verkehrshinweisen als hochwertiger persönlicher Assistent positioniert wird.
Mit dem Design nimmt Microsoft ein weiteres Alleinstellungsmerkmal von Apple aufs Korn: "I feel pretty, oh so pretty", lässt Microsoft Siri in einem zweiten Spot mit abgehackten Worten sagen, während sich das iPhone selbstverliebt in einem Spiegel bewundert. Als das HTC One ins Sichtfeld rückt, ist es ganz schnell vorbei mit der Überheblichkeit. Grund ist nicht zuletzt das sogenannte "Dot View-Cover" des HTC-Modells - eine Schutzhülle, mit der Nutzer auch dann telefonieren sowie E-Mails und Nachrichten abrufen können, wenn diese zugeklappt ist. Eine Funktion, die das iPhone derzeit nicht bietet, wie der klägliche Nachahmungsversuch in dem Commercial zeigt.

Microsoft beschränkt sich bei der werblichen Attacke nicht nur auf Smartphones: Auch im Tablet-Segment greift das Unternehmen an - und setzt auf vergleichende Werbung. Bemerkenswert ist, dass es das Microsoft-Gerät Surface Pro 3 in dem Weihnachtsspot nicht mit einem iPad, sondern gleich mit einem Mac-Computer aufnimmt.

Microsoft steht im Tablet- und Smartphone-Markt gehörig unter Druck. Der Konzern, der nach der 5,4 Milliarden Euro schweren Übernahme des Nokia-Kerngeschäfts kürzlich die finnische Marke auf Billig-Handys verbannt hat und im Smartphonemarkt jetzt mit der Marke Microsoft Lumia angreift, muss dringend Boden gut machen. Auf gerade einmal 2,5 Prozent ist der weltweite Marktanteil des Betriebssystems Windows Phone im 2. Quartal 2014  nach den Berechnungen von IDC gefallen. Die unumstrittene Nummer 1 im globalen Smartphonemarkt ist Google: Dessen Betriebssystem Android, das zahlreiche Hersteller von Samsung über LG bis hin zu Sony auf ihren Geräten installieren, kommt (auch deshalb) auf knapp 85 Prozent Marktanteil. Apples iOS-Plattform ist mit 11,7 Prozent die Nummer 2. mas
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