Simon Unge Youtube-Star "Ungespielt" rechnet mit Mediakraft ab

Montag, 22. Dezember 2014
Simon Unge in seinem Abschiedsvideo
Simon Unge in seinem Abschiedsvideo
Foto: ungefilmt/Screenshot Youtube

Er hat über eine Million Abonnenten auf Youtube, seine Videos werden in Summe mehr als 30 Millionen Mal im Monat angeklickt: Simon Unge ist mit seinen Kanälen "ungespielt" und "ungefilmt" einer der größten deutschen Youtube-Stars. Vermarktet wird er von dem Kölner Multichannel-Netzwerk Mediakraft. Doch damit soll nun Schluss sein: Weil er sich ungerecht behandelt fühlt, sagt sich Unge von seinem Partner los und schließt seine Kanäle - und rechnet in einem Abschiedsvideo gnadenlos mit Mediakraft ab.
Groß geworden ist der 24-Jährige mit Tests von Videospielen, die er auf seinem Youtube-Kanal ungespielt veröffentlichte - und es damit auf rund 1,4 Millionen Subscriber brachte. Auf seinem zweiten Channel ungefilmt teilte Unge seine Ansichten oder Erlebnisse aus dem Alltag mit seinen 819.000 Abonnenten. Seit gut einem Jahr arbeitet Unge unter dem Dach von Mediakraft, jenem Vermarktungsnetzwerk, das Youtuber bei der Verbreitung ihrer Videos und Monetarisierung der Reichweite unterstützt.
Glaubt man jedoch Unge, dann kommt von Mediakraft keine Unterstützung. "Ich kann unter diesen Umständen nicht mehr weitermachen", sagt er am Beginn des 13-minütigen Videos, das er unter dem Titel "Die schwerste Entscheidung meines Lebens. #Freiheit" auf "ungefilmt" veröffentlichte. Was Unge dort sagt, hat es in sich: Weder habe er finanzielle Unterstützung von Mediakraft bekommen, noch sei ihm bei Projekten wie der kürzlich erfolgten "Longboardtour" geholfen worden. Den damaligen Sponsor, die Deutsche Telekom, habe er selber angesprochen. Erst, als das Projekt längst im Gange war (und Unge vom Mediakraft-Konkurrenten Divimove unterstützt wurde), sei Mediakraft tätig geworden und habe einen Sponsoringvertrag eingetütet. Doch damit nicht genug: Es seien Videos von der Longboardtour durch Mediakraft gelöscht worden, so Unge. "So ein Scheißhaufen, da krieg ich zuviel", platzt es aus ihm heraus.

Das Geld, das ihm als Unterstützung für die Longboardtour zugesagt worden sei, habe er bis heute nicht, versichert Unge. "Ernst genommen fühle ich mich schon lange nicht mehr von Mediakraft", so sein resigniertes Urteil. Daher schließe er lieber seine Kanäle, als das Unternehmen noch einen Tag zu unterstützen. Dabei sei ihm von einem Mediakraft-Mitarbeiter bereits gedroht worden, man werde ihn in die Privatinsolvenz treiben, wenn er die Sache vor Gericht bringe. "Ich lasse mich nicht gerne behandeln wie einen Scheißhaufen", schimpft Unge. Stattdessen baut er lieber einen neuen Youtube-Kanal in Eigenregie auf: Youtube.com/unge hat bereits jetzt eine halbe Million Abonnenten.

Wenig später meldete sich Mediakraft zu Wort: Via Facebook-Post nahm das Unternehmen zu Unges Vorwürfen Stellung. Man bedauere, dass Unge eine juristische Auseinandersetzung begonne habe, heißt es. "Nun ist es so, dass Simon Unge einen gültigen Vertrag unterschrieben hat, der nicht einseitig aufgehoben werden kann", führt Mediakraft-CEO Spartacus Olsson aus. Zudem weist das Unternehmen Unges Vorwürfe zurück: Man habe ihn sehr wohl unterstützen wollen, er habe allerdings viele Angebote ausgeschlagen und sei stattdessen für die "Longboardtour" zu einem Wettbewerber gegangen - wie oben bereits beschrieben war das Divimove.

Aus Sicht von Mediakraft ist es also Unge, der vertragsbrüchig geworden ist. "Den Weg vor Gericht hat 'Ungespielt' eingeschlagen. Nun sind wir als Unternehmen gezwungen, diesen Weg mitzugehen." ire
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