Silicon Valley BMW stockt Risikofonds von 100 auf 500 Millionen Euro auf

Montag, 28. November 2016
BMW will verstärkt in die Zukunft investieren und stockt seinen Risikofonds massiv auf.
BMW will verstärkt in die Zukunft investieren und stockt seinen Risikofonds massiv auf.
© BMW

Beim weltweiten Absatz von Premium-Modellen war BMW viele Jahre die Nummer Eins. Der schwäbische Konkurrent Mercedes verringerte unter Führung von Dieter Zetsche allerdings den Abstand zu den Münchnern drastisch. Nun plant BMW, mehr in die Zukunft zu investieren: Wie das "Handelsblatt" berichtet, soll das Unternehmen seinen Risikokapitalfonds "BMW iVentures" von derzeit 100 Millionen Euro auf 500 Millionen aufstocken.
"Wir wollen das Suchfeld jetzt erweitern und gehen in die Bay Area um San Francisco", sagte BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer gegenüber der Zeitung. Dort beschäftige sich jedes zweite Startup mit dem Thema Mobilität. BMW ist der einzige deutsche Autobauer, der einen solchen Fonds unterhält. Kein Wunder also, dass das Unternehmen hier Geld investiert. Mit dem Kapital will sich BMW an Startups beteiligen, die sich mit der Zukunft der Mobilität beschäftigen. So können die Unternehmen zwischen 500.000 und zehn Millionen Dollar erhalten. Durch die große Investition erhoffe sich BMW vor allem schneller auf Trends in der Technologieszene reagieren zu können: "Die Szene ist unglaublich schnell, niemand nimmt Rücksicht auf die Entscheidungswege von Großkonzernen", sagt Schwarzenbauer weiter im "Handelsblatt".

Bislang standen vor allem Elektromobilität und Mobilitätsdienstleistungen im Fokus der Automobilindustrie. Doch auch weitere Bereiche wie autonomes Fahren, Digitalisierung, Clouddienste oder künstliche Intelligenz seien für den Autobauer von Interesse.

Der Gang ins Silicon Valley darf als konsequenter Schritt in Richtung Zukunft bewertet werden. Ende Oktober war bekannt geworden, dass ein Gesetzesentwurf eine Elektroauto-Quote in China ab 2018 vorsieht und Autobauer unter Zugzwang setzt. Stefanie Wurst, Leiterin Marketing der BMW Group Deutschland, prophezeite für die kommenden zehn Jahre eine gravierendere Transformation für die Industrie als in den 90 Jahren zuvor. Auch der engste Konkurrent Mercedes schläft nicht: Im Juli hatte Sabine Scheunert beim schwäbischen Konzern angeheuert. Sie führt die neue "Digital Unit"die bereichsübergreifend zwischen Marketing und IT angesiedelt ist. Damit möchte Mercedes für mehr Startup-Atmosphäre sorgen. kn
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