Sexistisch Deutscher Werberat rügt diskriminierende Reklame

Donnerstag, 15. Mai 2014
Dieses Motiv einer Tischlerei aus Nordrhein-Westfalen stößt dem Werberat sauer auf
Dieses Motiv einer Tischlerei aus Nordrhein-Westfalen stößt dem Werberat sauer auf


Ein Busenwunder auf dem Teppich, Strapse auf dem LKW und eine halbnackte Asiatin im Bett: Der Deutsche Werberat hat weiterhin alle Hände voll zu tun. Nach elf öffentlichen Rügen 2013 spricht das Kontrollorgan für dieses Jahr nun bereits die Rügen Nummer vier bis sieben aus. Am Pranger stehen diesmal der Pizzalieferant Call a Pizza, die Tischlerei Janssen, der Fliesenleger Patzsch sowie der Teppichhändler Tepgo. Die Tischlerei Janssen aus Moers in Nordrhein-Westfalen kassierte eine Rüge wegen frauen- und altersdiskriminierender Werbung. Auf einem Plakat (siehe oben) wirbt das Unternehmen für Haustüren mit der Gegenüberstellung einer alten Frau, die eine Grimasse zieht, und einer attraktiven Dame sowie dem Slogan "Endlich! Die Alte ist weg ... die Neue ist da!" Die abgebildeten Frauen würden mit den beworbenen Haustüren gleichgesetzt und als austauschbare Objekte vorgeführt, so der Werberat.



Eine Rüge gibt es auch für den Lieferdienst Call a Pizza
Eine Rüge gibt es auch für den Lieferdienst Call a Pizza
Ebenfalls gerügt wurde der der Berliner Pizzaservice Call a Pizza: Unter dem Slogan "Fernköstliche Versuchung" zeigte der Bringdienst eine junge Frau asiatischer Abstammung, die nur in Unterwäsche bekleidet auf einem Bett liegt - der Werberat findet "die Darstellung durch Pose und insbesondere Slogan herabwürdigend und diskriminierend, da der Eindruck erweckt werde, sowohl die Pizza als auch die Frau seien bestellbar bzw. käuflich".



Ebenfalls gerügtes Motiv des Fliesenlegers Patzsch
Ebenfalls gerügtes Motiv des Fliesenlegers Patzsch
Als erniedrigend stuften die Mitglieder des Entscheidungsgremiums auch die Abbildung auf dem Fahrzeug des bayerischen Fliesenlegers Patzsch ein: Sie zeigt einen Frauenkörper in Netzstrümpfen und High Heels ohne Slip auf Fliesen sitzend. Die Begründung des werbenden Unternehmens, mit dem nackten Gesäß eine Fußbodenheizung bewerben zu wollen, die nur unter Fliesen möglich sei, ließ der Werberat nicht gelten. Der halbnackte Frauenkörper werde als bloßer "Eyecatcher" benutzt und die Frau dadurch auf ihre sexuelle Funktion reduziert dargestellt.



Der Teppichhändler Tepgo wurde ebenfalls gerügt
Der Teppichhändler Tepgo wurde ebenfalls gerügt
Die vierte Rüge geht an den Teppichhändler Tepgo, der sowohl auf seiner Homepage als auch im Rahmen seiner Angebote bei einem Onlineauktionshaus mit einer Frau in Unterwäsche auf einem Teppich geworben hat. Auf der Webseite des Unternehmens kam noch die technische Funktion hinzu, dass mit einer Lupe ausgewählte Teile des Körpers der Frau herangezoomt werden konnten. Die gesamte Darstellung reduziere die Frau auf ihren Körper und setze sie erniedrigend als Blickfang ein, so der Werberat. fam
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