Serpil Timuray Das erwartet Vodafones Top-Marketerin von der neuen Markenpositionierung

Sonntag, 15. Oktober 2017
Serpil Timuray, Chief Commerce & Strategies Officer Vodafone Group
Serpil Timuray, Chief Commerce & Strategies Officer Vodafone Group
© Vodafone
Themenseiten zu diesem Artikel:

Vodafone Markenpositionierung Serpil Timuray


Serpil Timuray, Vodafones Chief Commercial Operations & Strategy Officer, sieht in der neuen Positionierung der Telko-Marke mehr als nur einen neuen Claim: Vodafone soll zum Partner der Kunden im technologischen Wandel werden. Aber Timuray wittert auch Potenzial in einer individuellen Ansprache neuer Zielgruppensegmente. Speziell Frauen sollen in Vodafones Marketingstrategie eine zunehmend wichtigere Rolle spielen.

Es ist - an der Reichweite und Mediainvestition gemessen - Vodafones bisher größte Markenkampagne. Doch für Serpil Timuray, Vodafones oberste Markenverantwortliche, geht es hier um mehr als um die simple Etablierung eines neuen Markenclaims. Der Mobilfunknetzbetreiber will sich für eine Zukunft positionieren, in der der klassische Mobilfunk nur noch einen Teil des Umsatzes erbringen wird.

Der neue Claim "The future is exciting. Ready?" ist für das breite Publikum zunächst nicht mehr als ein weiterer Werbeslogan. Warum investieren Sie in einen Relaunch, der von der Zielgruppe möglicherweise ignoriert wird? Die neue Positionierung ist ein wirklich großer Schritt für unsere Marke. Wir haben ja schon in der Vergangenheit unseren Kunden die neueste Technologie zugänglich gemacht. Aber in Zukunft wird diese Aufgabe angesichts der vielen technischen Innovationen und Trends noch deutlich wichtiger werden. Wir haben die Erwartungen der Konsumenten an die Zukunft in einer umfangreichen Studie in 17 Ländern mit knapp 30000 Teilnehmern analysiert. Und die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen sehr optimistisch in Bezug auf die Zukunftstechnologien sind. Gleichzeitig fühlen sie sich aber – zumindest teilweise – von dem rasanten Tempo der Veränderung überfordert. Hier liegt für uns als Marke die Chance, als Partner die Kunden bei der Anpassung an diesen Wandel zu unterstützen und ihnen den Zugang zu spannenden Innovationen zu eröffnen.
Vodafone verpasst sich einen neuen Claim
Bild: Vodafone

Mehr zum Thema

Von "grandios" bis "austauschbar" Neuer Vodafone-Auftritt spaltet Experten

Erstmals haben Sie den Landesgesellschaften die Option gegeben, zumindest den ersten Teil des Claims in die eigene Sprache zu übersetzen. Soll die globale Marke Vodafone lokaler werden? Vodafone befindet sich in einer starken Position, da wir sowohl ein globales als auch lokales Unternehmen sind. Zum einen sind wir eine starke, globale Marke, mit einer Strategie, die in allen Märkten funktioniert. Gleichzeitig haben wir aber freie Hand für lokale Marketingaktivitäten, die sich konkret auf die Bedürfnisse der Konsumenten vor Ort konzentrieren. Vodafone hat eine 'glokale' Marketingstrategie und eine 'glokale' Philosophie, die sich auch in der Umsetzung unseres Claims wiederfinden.

Müsste die neue Markenstrategie nicht auch Konsequenzen für Ihre Produktstrategie haben? Weg von der reinen Mobilfunkvermarktung und hin zu einem breiten Produktportfolio? In vielen Märkten, einschließlich Deutschland, sind wir bereits Komplettanbieter – mit Festnetz, Fernsehen, Mobilfunk und Internet. Wir sehen uns als Service-Unternehmen, das über eine Bandbreite von Angeboten verfügt. Die konkrete Relevanz der Services kann je nach Zielgruppensegment sehr unterschiedlich ausfallen. Aber wir verstehen unter Segmentierung schon längst nicht mehr, dass wir nur unterschiedliche Tarife anbieten. Wir entwickeln für jedes Segment maßgeschneiderte Angebote, die konkret auf die besonderen Bedürfnisse dieses Segmentes zugeschnitten sind.
„Vodafone befindet sich in einer starken Position, da wir sowohl ein globales als auch lokales Unternehmen sind.“
Serpil Tumuray
Die junge Zielgruppe ist ja schon jetzt ein Kundensegment, das Vodafone mit einer eigenen Marketingstrategie erreicht. Welche anderen Segmente sind für die Marke wichtig? Wir erwarten bei unserem Segment-bezogenen Marketingansatz, dass unsere Landesorganisationen die Zielsegmente identifizieren, die für ihre lokalen Märkte wichtig sind, und Angebote dafür entwickeln. Auf globaler Ebene bilden neben den jungen Konsumenten vor allem Frauen das prioritäre Segment. Spezielle Initiativen für Frauen sind für ganz Vodafone wichtig, sowohl extern als auch intern. Wir haben vor kurzem zum Beispiel in allen unseren Märkten die ReConnect Initiative gestartet. Sie gibt den Frauen nach einer Auszeit die Chance auf den beruflichen Wiedereinstieg. Und wir haben uns im vergangenen Jahr verpflichtet, dass wir in den nächsten zehn Jahren 50 Millionen Frauen ins Mobilfunknetz bringen wollen, die bisher noch keine eigene Verbindung haben. Entwicklungsländer, in denen der Handybesitz das Leben der Frauen verändern könnte, werden besonders von diesem Programm profitieren. cam

Meist gelesen
stats