Schöner Gruß an die IFA LG lässt für neue Fernseher die Welt untergehen

Freitag, 06. September 2013
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#VIDEO3961 Während die großen Unterhaltungselektronikhersteller in Berlin auf der Internationalen Funksausstellung versuchen, die Messebesucher von ihren neuesten TV-Generation mit Ultra-HD-Standard zu überzeugen, zeigt LG in Chile, dass sich der Reiz des besonders scharf auflösenden Wiedergabestandards auch ohne Millionen Euro teure Messestände vermitteln lässt. Man muss nur einfach die Welt untergehen lassen.

Der Marketing-Stunt, der als Youtube-Video in den ersten dreit Tagen schon mehr als 2 Millionen mal gesehen wurde, folgt einer ganz einfachen Prämisse: In einem präparierten Büro wurde das Fenster durch einen großen LG-Bildschirm ersetzt. Die Opfer des Streichs dachten, dass sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen worden waren. Doch während der Lockvogel sie seelenruhig interviewte, zeigte der Blick aus dem "Fenster", wie ein Asteroid in der Nähe einschlag. Danach ging das Licht aus.

Der Streich ist nicht die erste virale Marketing-Kampagne von LG: Im Herbst 2012 konnte LG mit einem Fahrstuhlstreich punkten, bei denen TV-Bildschirme angeblich einen wegbrechenden Fahrstuhlboden zeigten. Die Youtube-Gemeinde dokumentiert zwar schon nach wenigen Tagen, dass sich die Aktion so nie zugetragen hatte und von LG mit professionellen Schauspielern gedreht worden war. Der Beliebtheit des Films schadeten diese Enthüllungen allerdings nicht. "Elevator Prank" wurde allein auf Youtube bis heute fast 20 Millionen mal gesehen.



Aus der PR-Pleite hat LG bei seinem neuen Film sichtlich gelernt. So ist der Versuchsaufbau des neuen Films auch tatsächlich umsetzbar. Während "Elevator Prank" schon angesichts der Tatsache scheiterte, dass TV-Bildschirme keine Perspektivwechsel des Betrachters korrigieren können, zeigt der Bildschirm in dem Weltuntergangsstreich eine statische, weite entfernt liegende Landschaft. Die fehlende Dreidimensionalität fehlt so nicht mehr auf. Die Tarnung als Fenster erkärt zudem die Tatsache, dass der Bildschirm leuchtet. Im Fall des "Elevator Prank" hätten sich die Bilder allein schon durch ihre Strahlung verraten.

Ob im neuen LG-Film tatsächlich ahnungslose Opfer veralbert wurden, darf allerdings bezweifelt werden. Auffällig ist, dass keiner der gezeigten Bewerber nach dem "Einschlag" des Asteroiden sich darüber wundern, dass keine Erschütterungen zu spüren sind und das Fenster angesichts der nahenden Druckwelle nicht zersplittert. Der Beliebtheit des Films wird das aber vermutlich erneut keinen Abbruch tun. cam
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