Samwer-Doku im ZDF So kontert die "Wirtschaftswoche" die Kritik von Otto

Freitag, 29. August 2014
Oliver Samwer in der ZDF-Doku "Die große Samwer-Show"
Oliver Samwer in der ZDF-Doku "Die große Samwer-Show"
Foto: ZDF/Lukas Piechowski

Für die TV-Dokumentation "Die große Samwer-Show" blickten Redakteure des ZDF-Formats "Frontal 21" und der "Wirtschaftswoche" gemeinsam hinter die Kulissen des Imperiums der Samwer-Brüder - zu dem bekanntlich der Internet-Versandhändler Zalando gehört. Die Sendung sorgte bei den Zuschauern für ordentlich Interesse - und bei Zalando-Konkurrent Otto für reichlich Verstimmung. Nun antwortet die "Wiwo" auf die Vorwürfe von Otto-Unternehmenssprecher Thomas Voigt.
Dieser hatte ZDF und "Wiwo" im Otto-Blog vorgeworfen, sich zum Erfüllungsgehilfen der samwerschen PR-Maschinerie gemacht zu haben: Mit der verstärkten Medienpräsenz solle der Börsengang von Zalando vorbereitet werden. Für Voigt war die Reportage daher vor allem eine "strategisch wirklich hervorragend ausgefeilte Inszenierung", bei der "Oliver Samwer unfreiwillig als Revolutionär des internationalen Einzelhandels" dargestellt werde. Dabei komme zu kurz, "dass es neben Karstadt seit zwei Jahrzehnten einen blühenden und ziemlich dicht besetzten E-Commerce-Markt gibt." Die "Wirtschaftswoche" zögerte nicht lange mit einer Antwort - und diese strotzt nur so vor Ironie. Auf der "Wiwo"-Homepage gibt Redakteur Henryk Hielscher Otto fünf Tipps, "um nicht länger nur mit Fernsehkritiken für Schlagzeilen zu sorgen, sondern PR-mäßig wieder ganz weit vorne mitzuspielen." Kostprobe? "Da alle Welt weiß, dass Gewinne für Wachstumsunternehmen schädlich sind, müssen bei Otto dringend rote Zahlen her. Vorschlag: Irgendwo in der Pampa was hochziehen. Das beweist Weltläufigkeit und kostet Geld."

Es folgt ein Seitenhieb auf ein Prestigeobjekt von Otto, das Online-Bezahlsystem Yapital, in das der Konzern in diesem Jahr zusammen mit anderen IT-Projekten 300 Millionen Euro investieren will. Auch Ottos seinerzeit nach hinten los gegangenen Modelcontest auf Facebook greift Hielscher genüsslich auf. Man kann die Reaktion des "Wiwo"-Redakteurs auf Voigst Beitrag durchaus nachvollziehen. Denn dass Hielscher mit Rocket Internet unkritisch umgegangen wäre, lässt sich nicht behaupten. Im Online-Text zu der TV-Reportage berichtet er etwa über üppige Subventionen, die Zalando einstreichen würde sowie über Geschenkgutscheine für willige Blogger.

Ob die Auseinandersetzung zwischen "Wiwo" und Otto damit erledigt ist, wird sich zeigen. ire
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