FC Chelsea Turkish Airlines soll Samsung als Hauptsponsor der "Blues" ablösen

Mittwoch, 08. Oktober 2014
Samsung orientiert sich in Sachen Sponsoring wohl um
Samsung orientiert sich in Sachen Sponsoring wohl um
Foto: Foto: Robert Schlesinger/dpa

Samsung wird das Trikotsponsoring beim englischen Fußball-Spitzenclub FC Chelsea wohl beenden. Wie "Business Insider" berichtet, steht ein Nachfolger schon parat: Ab der kommenden Saison soll das Logo von Turkish Airlines die Brust der Chelsea-Spieler zieren - zu wohl wesentlich besseren Konditionen.
Damit bekommen die Gerüchte aus dem September neue Nahrung. Laut "Business Insider" legt Turkish Airlines künftig 32 Millionen Dollar auf den Tisch (umgerechnet rund 24 Millionen Euro oder 18,5 Millionen Pfund). Samsung, seit 2005 Hauptsponsor der "Blues", zahlt angeblich bislang lediglich die Hälfte. Doch es geht wohl um mehr als nur ums Geld: Chelsea ist offenbar darauf aus, ein Sponsoringpaket zu schnüren, das über das reine Trikotsponsoring hinausgeht. Der neue Vertrag soll möglicherweise auch das Stadion, den Trainingsplatz und die Trainingsbekleidung beinhalten. Dies würde insofern Sinn machen, als Chelsea in den vergangenen Jahren immer nach einem Namensgeber für die Heimspielstätte an der Stamford Bridge Ausschau gehalten hatte - und sogar nach einem neuen Stadion. Ortskonkurrent Arsenal London macht es vor: Dessen Hauptsponsor Emirates ist auf den Trikots der Spieler vertreten und gibt dem Stadion der "Gunners" seinen Namen. Doch nicht nur Chelsea wird sich umorientieren, was seine Sponsoringstrategie angeht. Auch Samsung muss hier offenbar umdenken. Das Unternehmen musste für das 3. Quartal 2014 einen deutlichen Gewinnrückgang hinnehmen. In der Folge werden es sich die Koreaner gut überlegen, wie sie ihre Marketing-Ausgaben verteilen. Stark verbesserte Konditionen für Chelsea dürften dabei nicht drin sein. Hinzu kommt: die mit einem Trikotsponsoring verbundenen Ziele - Imagetransfer und Steigerung der Bekanntheit - dürften bei Samsung nicht mehr ganz oben auf der Liste stehen. In punkto Markenbekanntheit lag Samsung in Großbritannien laut YouGov Brand Index im vergangenen Jahr auf Rang 2.

Noch ein wenig anders verhält es sich mit dem Image. "Business Insider" verweist in diesem Zusammenhang auf Samsungs Strategie, nutzergruppenübergreifend als "Lovemark" wahrgneommen zu werden. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Kampagne "Launching People" zu - sowohl in Großbritannien, als auch in Deutschland. "Wir wollen zu einem Enabler für Menschen werden", erläuterte Georg Rötzer, Vice President Corporate Marketing von Samsung Deutschland letztes Jahr im HORIZONT-Interview (Siehe HORIZONT 45/2013). Chelsea ist jedoch durchaus ein Club, der polarisiert und ob seiner Förderung durch den russischen Milliardär Roman Abramovich für viele Fußballfans ein schlechtes Image hat.

Turkish Airlines hingegen könnte die Plattform des Champions-League-Siegers von 2012 gut nutzen, um in Sachen Bekanntheit zuzulegen. Bislang ist das Unternehmen bei Spitzenclubs wie Manchester United, Borussia Dortmund, Olympique Marseille und Galatasaray Istanbul im Sponsorenpool vertreten. ire
Meist gelesen
stats